American Eskimo Dog
Der American Eskimo Dog ist eine aus deutschen Spitz-Hunden hervorgegangene nordische Rasse, die im frühen 20. Jahrhundert in den USA als Zirkushund bekannt wurde und für ihre Intelligenz und Agilität geschätzt wird.
Der American Eskimo Dog sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Mit seinem strahlend weißen Fell, den tiefschwarzen Knopfaugen und der buschigen Rute ähnelt er einem Miniatur-Samojeden. Lassen Sie sich jedoch nicht vom Namen täuschen – mit den indigenen Völkern der Arktis hat er rein gar nichts zu tun.
Diese Rasse entstand aus einer deutschen Zuchtgeschichte: Deutsche Spitz-Hunde, von Einwanderern in die USA gebracht, bilden die Grundlage. Der Eskie ist für seine überragende Intelligenz und Beweglichkeit bekannt. Tatsächlich war er früher ein gefragter Zirkushund. Im frühen 20. Jahrhundert war der American Eskimo der beliebteste Showhund Amerikas: Er balancierte auf dem Hochseil und schien in der Manege Matheaufgaben zu „lösen”. Heute bringt er denselben Showgeist auf den Agility-Parcours und in das Wohnzimmer.
Geschichte und Herkunft: Der Zirkushund
Die Geschichte des American Eskimo Dogs ist eine klassische Einwanderergeschichte. Seine Vorfahren waren Deutsche Spitze (insbesondere der Weiße Groß- und Mittelspitz), die im 19. Jahrhundert von deutschen Farmern nach Amerika gebracht wurden. Diese Hunde waren vielseitige Farmhunde, die das Anwesen bewachten und bei kleinen Treibarbeiten halfen.
Als während des Ersten Weltkriegs die anti-deutsche Stimmung in den USA wuchs, wurde der Name der Rasse von „German Spitz” in „American Eskimo Dog” geändert – benannt nach einem Zwinger in Ohio, der die Hunde als erstes unter diesem Namen registrierte.
Die Intelligenz der Rasse fiel den Zirkusdirektoren schnell auf. Der bekannteste Eskie war Pierre, der in den 1930er Jahren mit dem Barnum & Bailey Circus über ein Hochseil balancierte. Sein Ruhm – und die Tatsache, dass der Zirkus nach den Vorstellungen Welpen als Souvenirs verkaufte – machte die Rasse im ganzen Land populär.
Trotz seiner langen Geschichte in den USA wurde der Eskie erst 1995 offiziell vom American Kennel Club (AKC) anerkannt.
Physische Merkmale
Den Eskie gibt es in drei Größen: Toy, Miniature und Standard. Alle drei Varianten weisen dasselbe typisch nordische Aussehen auf.
- Toy: 23–30 cm; 3–5 kg.
- Miniature: 30–38 cm; 5–9 kg.
- Standard: 38–48 cm; 11–16 kg.
Markante Eigenschaften
- Fell: Ein üppiges, doppeltes, weißes Fell. Das Deckhaar ist glatt und steht vom Körper ab. Die Halskrause ist bei Rüden in der Regel deutlich stärker ausgeprägt.
- Farbe: Reinweiß oder Weiß mit cremefarbenen („biscuit”) Abzeichen.
- Kopf: Keilförmig mit aufrecht stehenden, dreieckigen Ohren.
- Augen: Dunkelbraun bis schwarz. Die Augenränder, die Nase und die Lippen sind tiefschwarz – ein starker Kontrast zum schneeweißen Fell.
- Rute: Reich befedert und wird eingerollt über dem Rücken getragen.
Temperament und Persönlichkeit
Der Eskie wird oft als „der Hund, der alles kann” beschrieben.
Der Denker
Sie sind sehr intelligent und lernen neue Tricks schnell – oft schneller als viele andere Rassen. Sie sind Problemlöser, die herausfinden, wie man Türriegel oder Schränke öffnet. Wird ihr Geist nicht ausgelastet, suchen sie sich ihre eigene, meist zerstörerische Unterhaltung.
Der Wachhund
Sie sind verlässliche Wachhunde. Von Natur aus misstrauisch gegenüber Fremden, bellen sie sofort, wenn sich jemand dem Haus nähert. Sobald man sie jedoch ordentlich vorstellt, tauen sie schnell auf und zeigen sich freundlich.
Der Familienhund
Eskies binden sich eng an ihre Familie und wollen bei allen Aktivitäten dabei sein. Sie verstehen sich im Allgemeinen gut mit Kindern, wobei die Toy-Variante aufgrund ihrer Zierlichkeit mit Vorsicht behandelt werden sollte.
Training und Bewegungsbedarf
Bewegung
Der Eskie ist ein aktiver Hund.
- Täglich: Mehrere flotte Spaziergänge und intensive Spieleinheiten sind nötig.
- Spiele: Sie lieben Apportieren und Versteckspiele.
- Hundesport: Sie glänzen in Agility, Rally Obedience und Unterordnung. Ihre Schnelligkeit und enge Wendigkeit machen sie zu ernstzunehmenden Konkurrenten.
Training
Sie wollen gefallen, haben aber auch ihren eigenen Kopf.
- Positive Verstärkung: Leckerlis und viel Lob funktionieren am besten.
- Sozialisierung: Dringend erforderlich, um zu verhindern, dass sie übermäßig ängstlich oder zu Kläffern werden.
- Bellen: Sie können gesprächig sein. Das Kommando „Ruhig” sollte früh geübt werden.
Gesundheit und Lebenserwartung
Eskies sind gesunde und langlebige Hunde, die oft ein Alter von 13 bis 15 Jahren erreichen.
- Hüftdysplasie: Kann bei allen Größenschlägen auftreten.
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Eine Augenerkrankung, die langfristig zur Erblindung führt.
- Legg-Calvé-Perthes-Krankheit: Stört die Blutversorgung des Oberschenkelkopfes; betrifft vor allem kleinere Hunde.
- Zahnprobleme: Besonders die Toy-Variante neigt zu Zahnstein und Zahnverlust.
Pflege
Das weiße Fell erfordert regelmäßige Pflege.
- Bürsten: 2- bis 3-mal pro Woche ist nötig, um Verfilzungen vorzubeugen.
- Haaren: Sie haaren das ganze Jahr über und stoßen zweimal jährlich ihre gesamte Unterwolle ab.
- Baden: Nur alle paar Monate nötig. Das Fell enthält natürliche Öle, die Schmutz abweisen.
- Tränenflecken: Auf dem weißen Gesicht sind braune Tränenflecken schnell sichtbar. Die Augenpartie sollte täglich gereinigt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind American Eskimo Dogs hypoallergen? Nein. Kein Hund ist vollständig hypoallergen, doch der Eskie besitzt ein dichtes Doppelfell, das das ganze Jahr über ausfällt und zweimal im Jahr in großen Mengen gewechselt wird. Die dabei freigesetzten Hautschuppen machen ihn zu einer schlechten Wahl für schwere Allergiker.
Bellen American Eskimo Dogs viel? Ja, sie sind eine gesprächige Rasse. Als ursprüngliche Hofwächter nehmen sie Veränderungen in ihrer Umgebung genau wahr und bellen bei Fremden, Tieren oder ungewöhnlichen Geräuschen. Das Training eines „Ruhe”-Kommandos im Welpenalter ist wichtig, besonders in dicht bebauten Wohnlagen.
Darf man einen American Eskimo Dog im Sommer scheren? Nein. Das Doppelfell isoliert sowohl gegen Kälte als auch gegen Hitze. Wer es schert, nimmt dem Hund den natürlichen Schutz vor Sonnenbrand und Überhitzung. Zudem wächst das Fell danach oft nicht mit der ursprünglichen Textur nach.
Ist der American Eskimo Dog der richtige Hund für Sie?
Ja, wenn:
- Sie einen intelligenten Hund suchen, der gerne Tricks lernt.
- Sie sportlich aktiv sind und einen Partner für Agility oder Hundesport suchen.
- Sie kein Problem mit herumfliegenden Hundehaaren haben.
- Sie einen aufmerksamen Wachhund möchten.
Nein, wenn:
- Sie einen Hund suchen, der nie bellt.
- Sie den ganzen Tag außer Haus sind.
- Sie einen Hund erwarten, der jeden Fremden sofort liebt.
- Sie aufwendige Fellpflege scheuen.
Für Menschen, die einen Hund suchen, der so clever wie schön ist, bietet der American Eskimo Dog ein starkes Gesamtpaket. Er braucht jedoch ausreichend Beschäftigung – andernfalls findet er sich selbst welche.
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