Basset Hound
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Basset Hound

Der Basset Hound ist ein entspannter, gutmütiger und charmanter Begleiter mit einem unverkennbaren Aussehen und einer der feinsten Spürnasen der Hundewelt.

Herkunft
Frankreich / Großbritannien
Größe
Medium
Lebenserwartung
12-13 Jahre
Temperament
Friedlich, Gutmütig, Stur, Anhänglich, Gesellig

Der Basset Hound ist mit seinem traurigen Blick, den langen, samtigen Ohren und dem langen Körper auf kurzen, kräftigen Beinen eine der am leichtesten erkennbaren Hunderassen. Hinter diesem melancholischen Gesichtsausdruck verbirgt sich ein geselliger, entspannter und liebevoller Hund, der für seine Geduld und sein stoisches Gemüt bekannt ist.

Ursprünglich in Frankreich gezüchtet, um in dichtem Unterholz langsam Wild – insbesondere Hasen – zu jagen, besitzt der Basset Hound einen Geruchssinn, der in der Hundewelt nur vom Bloodhound übertroffen wird. Heute ist er vor allem ein geschätzter Familienhund, der trotz seiner Eigenwilligkeit durch Friedfertigkeit und Geduld überzeugt.

Geschichte und Herkunft

Der Name „Basset” leitet sich vom französischen Wort bas ab – „niedrig” oder „tief”. Die Geschichte der Rasse reicht bis ins Frankreich des 16. Jahrhunderts zurück.

Mönche der Abtei Saint-Hubert in den Ardennen züchteten Hunde mit feinem Geruchssinn, aber kurzen Beinen. Diese Form des Zwergwuchses – Achondroplasie – erwies sich als nützlich für Jäger zu Fuß: Während herkömmliche Jagdhunde zu schnell waren, konnten Jäger dem systematischen Suchstil der Bassets gut folgen. Ihr tiefhängender Körperbau erlaubte ihnen, problemlos durch dichtes Gestrüpp zu navigieren.

Im 19. Jahrhundert wurde der Basset Hound nach Großbritannien exportiert und durch Einkreuzung von Bloodhounds weiter verfeinert, was zum kräftigeren Körperbau und den ausgeprägteren Gesichtsfalten führte. 1885 erkannte der AKC die Rasse an.

Körperliche Merkmale

Der Basset Hound ist ein Schwergewicht. Trotz seiner geringen Schulterhöhe ist er ein massiver, substanzvoller Hund – oft viel schwerer, als er aussieht.

  • Höhe: Bis zu 35 cm.
  • Gewicht: 18–29 kg – Rüden meist deutlich schwerer als Hündinnen.

Markante Eigenschaften

  • Kopf: Groß mit loser, faltiger Haut und dem charakteristischen „traurigen” Ausdruck. Die Augen sind weich, dunkel und oft mit sichtbarer roter Bindehaut.
  • Ohren: Lang, tief angesetzt und samtweich. Wenn der Hund eine Fährte aufnimmt, schleifen sie oft über den Boden.
  • Körperbau: Langgestreckt, mit breitem, tiefem Brustkorb und kurzen, massigen Beinen mit charakteristischen Hautfalten.
  • Fell: Kurz, hart und dicht.
  • Farben: Tricolor (Schwarz, Weiß, Braun) oder Bicolor (Zitrone und Weiß, Rot und Weiß) sind am häufigsten.

Temperament und Persönlichkeit

Der Basset Hound ist der Inbegriff der Gemütlichkeit. Im Haus liegt er bevorzugt auf einem bequemen Sofa und schläft.

Der gesellige Familienhund

Bassets sind Rudeltiere. Sie lieben die Gesellschaft von Menschen und anderen Hunden und kommen meist auch gut mit Katzen aus. Sie sind geduldig und tolerant mit Kindern, was sie zu guten Familienhunden macht. Einsamkeit vertragen sie schlecht: Ein alleingelassener Basset drückt seine Unzufriedenheit durch lautes Heulen aus.

Eigenwilligkeit

Obwohl gutmütig, haben Bassets einen ausgeprägten Eigenwillen. Sie wurden gezüchtet, um bei der Jagd selbstständig einer Fährte zu folgen – nicht um auf Befehle zu warten. Diese Unabhängigkeit wird im Alltag als Sturheit erlebt. Wenn ein Basset beschließt, nicht weiterzugehen oder einem Geruch nachzugehen, braucht es Geduld und Leckerlis.

Die Macht der Nase

Sobald die Nase den Boden berührt, ist die Aufmerksamkeit des Bassets oft weg. Ein Spaziergang ist selten ein zügiger Marsch, sondern eine gründliche olfaktorische Erkundung. Wenn sie eine interessante Fährte aufnehmen, folgen sie blind – ein ungesicherter Freilauf ohne Leine ist daher riskant.

Training und Bewegungsbedarf

Das Training erfordert vor allem eines: viel Geduld, Beständigkeit und einen Vorrat an hochwertigen Leckerlis.

Bewegungsanforderungen

Trotz ihrer Vorliebe für das Sofa brauchen Basset Hounds regelmäßige, moderate Bewegung, um gesund zu bleiben und Übergewicht zu vermeiden.

  • Tägliche Spaziergänge: Ein bis zwei ausgedehnte Spaziergänge pro Tag in gemütlichem Tempo. Schnüffeln ist für sie mentale Auslastung.
  • Rücken schonen: Aufgrund des langen Rückens sollten Welpen nicht zu viele Treppen steigen und Sprünge von Sofas oder aus Autos kontrolliert werden.

Trainingstipps

  • Motivation ist alles: Bassets arbeiten nicht für Lob, sondern für Belohnung. Leckerlis sind der Schlüssel.
  • Positive Verstärkung: Zwang oder harte Worte lassen sie auf stur schalten.
  • Frühzeitig beginnen: Besonders das Rückruftraining. Verlassen Sie sich aber nie vollständig darauf, wenn eine Fährte in der Luft liegt.

Gesundheit und Lebenserwartung

Basset Hounds haben eine Lebenserwartung von 12 bis 13 Jahren. Ihr besonderer Körperbau macht sie anfällig für spezifische Probleme.

  • Rückenprobleme (Bandscheibenvorfall): Der lange Rücken ist gefährdet. Gewicht streng kontrollieren und Belastungen der Wirbelsäule vermeiden.
  • Ohrinfektionen: Die langen Hängeohren lassen wenig Luftzirkulation zu – ein ideales Klima für Bakterien und Hefepilze. Wöchentliche Kontrolle und Reinigung sind nötig.
  • Magendrehung: Als tiefbrüstige Rasse haben sie ein erhöhtes Risiko.
  • Hautprobleme: Hautfalten im Gesicht und an den Beinen müssen sauber und trocken gehalten werden.
  • Augenprobleme: Entropium, Ektropium und Cherry Eye können auftreten.

Pflege

  • Fellpflege: Einmal wöchentliches Bürsten genügt. Sie haaren mäßig, aber beständig.
  • Faltenpflege: Wichtig – Falten und Mundpartien nach dem Fressen trocken wischen.
  • Ohrenpflege: Der wichtigste Teil. Wöchentliche Reinigung mit einem geeigneten Reiniger.
  • Sabbern: Bassets sabbern aufgrund ihrer losen Lefzen – ein Handtuch in Griffweite ist sinnvoll.

Ist der Basset Hound der richtige Hund für Sie?

Ja, wenn:

  • Sie einen entspannten, gutmütigen Hund suchen, der nicht stundenlang rennen muss.
  • Sie viel Geduld und Sinn für Humor haben.
  • Sie einen hundeverträglichen Begleiter für eine Familie mit Kindern suchen.
  • Sie kein Problem mit gelegentlichem Sabber und Ohrenpflege haben.

Nein, wenn:

  • Sie einen sportlichen Begleiter für Joggen oder Radfahren suchen.
  • Sie schnelle Reaktionen auf Befehle erwarten.
  • Sie den Hund in ungesicherten Gebieten frei laufen lassen möchten.
  • Sie in puncto Sauberkeit sehr empfindlich sind.

Für den Besitzer, der Ruhe und Beständigkeit schätzt, ist der Basset Hound ein geduldiger und treuer Begleiter.

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