Bullterrier
Der 'Clown im Hundeanzug', der Bullterrier, ist berühmt für seinen eiförmigen Kopf, seinen muskulösen Körperbau und seine fröhliche Persönlichkeit.
Der Bullterrier ist ein Gladiator mit Sinn für Humor. Mit seinem einzigartigen eiförmigen Kopf und muskulösen Körper ist er wohl eine der am leichtesten wiedererkennbaren Hunderassen der Welt. Ursprünglich für Hundekämpfe gezüchtet, hat er sich im Laufe des letzten Jahrhunderts zu einem liebevollen, komischen Begleiter entwickelt.
Er wird liebevoll als “das Kind im Hundeanzug” bezeichnet. Er ist überschwänglich, lausbübisch, unermüdlich und besitzt eine Lebensfreude, die ansteckend ist. Er spielt gerne und erfindet eigene Spiele, um sich (und Sie) zu amüsieren. Er ist kein Hund für Pedanten oder Menschen mit wenig Erfahrung.
Geschichte und Herkunft: Der weiße Kavalier
Der Bullterrier wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts in England entwickelt. Hundezüchter kreuzten den Bulldog (für Stärke und Hartnäckigkeit) mit dem heute ausgestorbenen Weißen Englischen Terrier (für Beweglichkeit und Geist), um “Bull and Terriers” zu schaffen. Diese frühen Hunde waren Kämpfer. Um 1860 machte sich ein Züchter namens James Hinks daran, die Rasse zu verfeinern. Er wollte einen saubereren, eleganteren Hund – einen “Begleiter des Gentlemen”, der stilvoll, aber immer noch hart genug war, um sich zu verteidigen. Er züchtete auf ein ganz weißes Fell und die charakteristische Kopfform. Seine Kreation wurde der “Weiße Kavalier” genannt. Die Rasse gewann nicht nur in der Kampfarena, sondern auch im Ausstellungsring und auf den Straßen an Popularität. General George S. Patton besaß berühmterweise einen Bullterrier namens Willie, der ihm im Zweiten Weltkrieg überallhin folgte.
Physische Merkmale
Der Bullterrier ist ein muskulöses Kraftpaket. Er ist dicht und massiv, wie eine gespannte Feder.
- Höhe: 53-56 cm.
- Gewicht: 22-32 kg. Es gibt kein Gewichtslimit, aber der Hund sollte proportioniert aussehen.
Markante Merkmale
- Kopf: Dies ist das Markenzeichen der Rasse. Er ist lang, kräftig und oval, wie ein Ei geformt. Er ist oben flach und krümmt sich sanft bis zur Nase hinab (das “Roman Finish”). Es gibt keinen Stopp (die Einbuchtung zwischen den Augen).
- Augen: Klein, dreieckig und tiefliegend. Sie sind dunkel und funkeln mit einem durchdringenden, verschmitzten Ausdruck. Es ist die einzige Rasse mit dreieckigen Augen.
- Ohren: Klein, dünn und nahe beieinanderstehend. Sie stehen steif aufrecht.
- Körper: Starkknochig, muskulös und symmetrisch. Die Brust ist breit.
- Farben: Ursprünglich nur weiß. Heute sind “Farbige” Bullterrier (gestromt, schwarz, rot, rehbraun oder tricolor) eine separate Variante, jedoch vom Typ her identisch.
Temperament und Persönlichkeit: Der Klassenclown
Das Leben ist für einen Bullterrier ein Spiel, und er erfindet die Regeln unterwegs.
Der Spielgefährte
Er ist sehr menschenbezogen und liebevoll und verhält sich oft, als wäre er ein Schoßhund. Er liebt raue, wilde Spiele. Er kommt im Allgemeinen gut mit Kindern zurecht, aber aufgrund seiner hohen Energie und Muskelmasse kann er sie versehentlich umwerfen.
Der Eigensinnige
Er ist berühmt für seine Sturheit. Wenn er etwas nicht tun will, tut er es nicht. Er ist ein unabhängiger Denker, der einen Grund braucht, um zu gehorchen.
Die “Trance”
Einige Bullterrier zeigen ein einzigartiges Verhalten namens “Trancing” oder “Ghost Walking”, bei dem sie sehr langsam unter hängenden Objekten (wie Tischdecken oder Pflanzen) mit einem glasigen Blick in den Augen hindurchschleichen. Es ist harmlos und urkomisch.
Training und Bewegungsbedarf
Bewegung: Energie verbrennen
Der Bullterrier hat viel Energie.
- Täglich: Er braucht jeden Tag kräftige Bewegung. Ein langer Spaziergang ist gut, aber freies Spielen in einem Garten ist besser. Er liebt es, Bällen hinterherzujagen.
- Zerstörungswut: Ein gelangweilter Bullterrier ist eine Abrissbirne. Er kaut sich durch Trockenbauwände, Möbel und Reifen. Halten Sie ihn beschäftigt.
Training: Die Herausforderung
Einen Bullterrier zu trainieren, ist eine Übung in Geduld.
- Spaß: Das Training muss Spaß machen. Wenn es monoton wird, schaltet er ab oder wandert davon. Nutzen Sie Spielzeug und Futter.
- Führung: Sie müssen der Anführer sein. Er wird Sie ständig testen.
- Sozialisation: Eine frühe und kontinuierliche Sozialisierung ist entscheidend. Er kann anderen männlichen Hunden gegenüber aggressiv sein, wenn er nicht richtig sozialisiert wird.
Gesundheit und Lebensdauer
Bullterrier sind im Allgemeinen gesund und leben 12 bis 13 Jahre.
- Taubheit: Weiße Bullterrier neigen zu angeborener Taubheit auf einem oder beiden Ohren. Verantwortungsbewusste Züchter testen Welpen mit dem BAER-Test.
- Nierenerkrankung: Hereditäre Nephritis ist ein ernstes Problem.
- Herzerkrankung: Klappendefekte und Herzgeräusche.
- Hautprobleme: Allergien und Ausschläge, besonders bei weißen Hunden.
- Kreiseln (Spinning): Eine Zwangsstörung (Schwanzjagen), die schwer zu stoppen sein kann.
Pflege und Haltung
Der Bullterrier ist ein pflegeleichter Hund.
- Bürsten: Ein wöchentliches Bürsten mit einem Gummihandschuh hält das Fell glänzend.
- Baden: Nach Bedarf.
- Sonnencreme: Weiße Hunde können sich an Ohren und Nase einen Sonnenbrand holen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum neigen Bullterrier zur Taubheit? Taubheit ist ein bekanntes genetisches Problem in der Rasse, insbesondere bei rein weißen Bullterriern. Sie ist mit dem Mangel an Pigmentierung in Haut und Haaren verbunden, was während der Embryonalentwicklung auch die sensorischen Haarzellen im Innenohr betreffen kann. Aus diesem Grund führen seriöse Züchter bei allen Welpen vor dem Verkauf einen BAER-Test (Brainstem Auditory Evoked Response) durch.
Sind Bullterrier gefährlich? Ein gut sozialisierter Bullterrier ist unglaublich liebevoll, seiner Familie zutiefst ergeben und berühmt für seine Komik. Da sie jedoch ursprünglich für Hundekämpfe gezüchtet wurden, behalten viele starke Aggressionsinstinkte gegenüber Hunden bei, insbesondere gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Sie sind immens kräftig mit unglaublich starken Kiefern. Wenn sie nicht von einem erfahrenen Besitzer richtig trainiert und geführt werden, kann ihre Hartnäckigkeit sie in einer Auseinandersetzung gefährlich machen.
Was ist das “Trancing” beim Bullterrier? Trancing (auch bekannt als Ghost-Walking) ist ein harmloses, seltsames Verhalten, das bei Bullterriern häufig beobachtet wird. Der Hund schleicht sehr langsam unter einem hängenden Objekt hindurch – wie einer Tischdecke, einem niedrigen Ast oder sogar einer Zimmerpflanze –, lässt es leicht über seinen Rücken streichen und hat dabei oft einen glasigen, geistesabwesenden Blick in den Augen. Es ist im Wesentlichen so, als würde sich der Hund selbst in einen entspannten, meditativen Zustand versetzen.
Ist ein Bullterrier das Richtige für Sie?
Der Bullterrier ist ein einzigartiger Begleiter.
Ja, wenn:
- Sie viel Sinn für Humor und Geduld haben.
- Sie einen Hund wollen, der aktiv, lustig und liebevoll ist.
- Sie ein erfahrener Hundehalter sind.
- Sie einen Hund suchen, der in einer Menschenmenge auffällt.
Nein, wenn:
- Sie einen Hund mit der Gehorsamkeit eines Golden Retrievers suchen.
- Sie lange arbeiten und der Hund in einer Box eingesperrt wäre.
- Sie andere dominante männliche Hunde haben.
- Sie an Ihren antiken Möbeln hängen.
Für den richtigen Menschen ist der Bullterrier ein loyaler, liebevoller und lebhafter Begleiter.
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