Cavalier King Charles Spaniel
Der Cavalier King Charles Spaniel ist ein kleiner britischer Begleithund, der in den 1920er Jahren nach historischen Vorbildern aus der Zeit Karls II. neu gezüchtet wurde und für sein freundliches, anhängliches Temperament und sein seidiges Fell bekannt ist.
Der Cavalier King Charles Spaniel ist ein Hund der Widersprüche. Er ist ein Zwergspaniel, klein genug, um auf einen Schoß zu passen, und doch sportlich genug, um einem Eichhörnchen nachzujagen. Er ist der Inbegriff des Schoßhundes, der jahrhundertelang gezüchtet wurde, um königliche Knie zu wärmen, hat aber den Jagdinstinkt seiner größeren Spaniel-Cousins beibehalten.
Mit seinen großen, dunklen Augen und dem seidigen Fell ist der Cavalier leicht erkennbar. Er ist für sein freundliches, anhängliches Temperament bekannt und wird häufig als Therapiehund eingesetzt.
Geschichte und Herkunft: Der königliche Spaniel
Die Geschichte des Cavalier ist eng mit dem britischen Königshaus verwoben. Kleine Spaniels waren seit der Renaissance beim europäischen Adel beliebt. Sie tauchen in Gemälden von Tizian, Van Dyck und Gainsborough an der Seite von Königen und Königinnen auf.
Die Rasse ist nach König Charles II. von Großbritannien (1630-1685) benannt. König Charles war bekanntlich besessen von seinen Spaniels. Er nahm sie angeblich überall hin mit, sogar zu Ratssitzungen, und wurde beschuldigt, sein Königreich zu vernachlässigen, nur um mit seinen Hunden zu spielen. Diese frühen Spaniels hatten flache Köpfe und spitze Schnauzen.
Mit der Zeit änderte sich jedoch die Mode. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden kurzgesichtige Hunde wie Möpse populär. Züchter kreuzten den King Charles Spaniel mit Möpsen und Japan Chin, um den modernen King Charles Spaniel (in den USA als English Toy Spaniel bekannt) zu erschaffen, der eine sehr kurze Nase und einen gewölbten Schädel hat. Der ursprüngliche “langnasige” Typ verschwand fast.
In den 1920er Jahren lobte ein Amerikaner namens Roswell Eldridge auf der Crufts-Hundeausstellung einen Geldpreis für denjenigen aus, der einen Spaniel präsentieren konnte, der dem “alten Typ” auf den Porträts von König Charles entsprach. Die Züchter nahmen die Herausforderung an und ließen den Spaniel mit der längeren Schnauze wieder aufleben. Sie nannten diese “neue alte” Rasse den Cavalier King Charles Spaniel, um sie vom flachgesichtigen King Charles Spaniel zu unterscheiden.
Physische Eigenschaften
Der Cavalier ist ein eleganter, gut proportionierter Zwergspaniel.
- Größe: 30-33 cm.
- Gewicht: 6-8 kg. Diese Größe ist ausreichend robust für Spaziergänge und Wanderungen, aber handlich genug für das Stadtleben.
Markante Merkmale
- Kopf: Der Schädel ist leicht abgerundet, aber flach zwischen den Ohren (im Gegensatz zum runden King Charles). Die Schnauze verjüngt sich und ist etwa 3,8 cm lang.
- Augen: Groß, rund, dunkelbraun und glänzend. Sie verleihen dem Hund einen schmelzenden, gefühlvollen Ausdruck.
- Ohren: Hoch angesetzt, lang und mit üppiger Befederung bedeckt.
- Fell: Seidig, von mittlerer Länge. Es kann gerade oder leicht gewellt sein.
- Farben: Die Rasse kommt in vier verschiedenen Mustern vor:
- Blenheim: Satte kastanienbraune Abzeichen auf perlweißem Grund. Der “Blenheim-Fleck” (eine kastanienbraune Raute auf der Stirn) ist ein sehr geschätztes Merkmal.
- Tricolor: Schwarz und Weiß mit lohfarbenen (tan) Abzeichen über den Augen und an den Wangen.
- Ruby: Einfarbiges sattes Rot.
- Black and Tan: Schwarz mit lohfarbenen Abzeichen.
Temperament und Persönlichkeit: Der ultimative Begleiter
Der Cavalier ist ein Liebhaber, kein Kämpfer.
Der Klettenhund
Cavaliere sind intensiv an ihre Menschen gebunden. Sie mögen es nicht, allein zu sein. Trennungsangst kommt häufig vor. Sie wollen dort sein, wo Sie sind – auf der Couch, im Auto oder sogar im Badezimmer. Aufgrund ihrer intuitiven und sanften Natur sind sie hervorragende Therapiehunde.
Freundlich bis zum Äußersten
Ein Cavalier würde wahrscheinlich selbst einen Einbrecher mit wedelndem Schwanz begrüßen. Sie gehen davon aus, dass jeder Fremde ein Freund ist, den sie nur noch nicht kennengelernt haben. Sie kommen wunderbar mit anderen Hunden aus und sind im Allgemeinen auch sicher im Umgang mit Katzen (obwohl sie sie vielleicht zum Spaß jagen).
Die sportliche Seite
Trotz ihres Rufs als Schoßhund sind sie Spaniels. Sie genießen Spaziergänge, Schnüffeln und das Jagen von Vögeln oder Schmetterlingen. Viele zeichnen sich in Agility und Rally Obedience aus.
Training und Bewegungsbedarf
Bewegung
Cavaliere sind anpassungsfähig.
- Täglich: Ein guter 30-minütiger Spaziergang oder eine Spieleinheit ist meist ausreichend.
- Anpassungsfähigkeit: Sie gehen gerne auf eine lange Wanderung, sind aber genauso zufrieden mit einem faulen Tag im Haus.
- Sicherheit an der Leine: Aufgrund ihres Beutetriebs (Vögel, Eichhörnchen) sollten sie in nicht eingezäunten Bereichen niemals ohne Leine laufen. Sie haben keinerlei Gespür für den Straßenverkehr und rennen auch mitten auf die Straße, wenn sie einen Schmetterling jagen.
Training
Sie sind eifrig zu gefallen und intelligent.
- Positive Verstärkung: Es sind weiche Hunde. Ein hartes Wort wird sie zerstören. Verwenden Sie Leckerlis und viel Lob.
- Stubenreinheit: Kann etwas langsamer sein als bei einigen anderen Rassen, aber das Training mit einer Box hilft ungemein.
Gesundheit und Lebenserwartung
Dies ist der kritischste Abschnitt für jeden potenziellen Cavalier-Besitzer. Die Rasse leidet unter erheblichen genetischen Gesundheitsproblemen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 9 bis 14 Jahren, aber die Lebensqualität hängt stark von der Gesundheit ab.
- Mitralklappen-Erkrankung (MVD): Dies ist die häufigste Todesursache. Fast alle Cavaliere entwickeln irgendwann ein Herzgeräusch, viele schon in jungen Jahren. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind unverzichtbar.
- Syringomyelie (SM): Eine neurologische Erkrankung, bei der der Schädel zu klein für das Gehirn ist, was zu Flüssigkeitstaschen im Rückenmark führt. Es kann sehr schmerzhaft sein. “Phantomsokratzen” am Hals ist ein typisches Symptom.
- Hüftdysplasie: Kommt bei vielen Rassen vor.
- Augenerkrankungen: Grauer Star (Katarakt) und Retina-Dysplasie.
- Ohrenentzündungen: Ihre langen, hängenden Ohren schließen Feuchtigkeit ein.
Der Kauf eines Welpen von gesundheitsgeprüften Eltern (MRT für SM, Kardiologen-Checks für MVD) ist unerlässlich.
Pflege
Der Cavalier ist überraschend pflegeleicht.
- Bürsten: 3-4 mal pro Woche mit einer Zupfbürste und einem Metallkamm. Achten Sie auf die Befederung an Ohren, Beinen und Rute, die leicht verfilzen kann.
- Baden: Alle 2-4 Wochen.
- Ohren: Wöchentlich kontrollieren und reinigen. Eine gute Luftzirkulation ist wichtig.
- Pfoten: Schneiden Sie die Haare zwischen den Ballen, um ein Ausrutschen auf glatten Böden zu verhindern. (Der “Grinch-Pfoten”-Look ist zwar süß, sammelt aber viel Schmutz).
Ist ein Cavalier King Charles Spaniel das Richtige für Sie?
Der Cavalier ist für viele Haushaltstypen geeignet.
Ja, wenn:
- Sie einen Hund wollen, der offen und herzlich gegenüber jedem ist.
- Sie von zu Hause aus arbeiten oder im Ruhestand sind (sie brauchen Gesellschaft).
- Sie einen sanften, anhänglichen Begleiter für Kinder suchen.
- Sie auf mögliche Tierarztrechnungen vorbereitet sind und Ihre Hausaufgaben machen, um einen verantwortungsvollen Züchter zu finden.
Nein, wenn:
- Sie lange außer Haus arbeiten.
- Sie einen Wachhund suchen.
- Sie einen Laufpartner für Marathons suchen.
- Sie sich die potenziellen Gesundheitskosten, die mit dieser Rasse verbunden sind, nicht leisten können.
Für diejenigen, die die Gesellschaft und Pflege bieten können, die sie brauchen, ist der Cavalier King Charles Spaniel ein anhänglicher, freundlicher Begleithund.
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