Malteser
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Malteser

Der Malteser ist eine der ältesten Begleithunderassen mit Ursprung im zentralen Mittelmeerraum. Die Rasse ist für ihr langes, seidiges weißes Fell ohne Unterwolle, ihr lebhaftes Temperament und ihre Langlebigkeit bekannt.

Herkunft
Mittelmeerraum (Italien/Malta)
Größe
Small
Lebenserwartung
12-15 Jahre
Temperament
Verspielt, Anhänglich, Sanftmütig, Intelligent, Lebhaft

Der Malteser ist ein kleiner Begleithund aus der Bichon-Familie mit bodenlangem weißem Fell ohne Unterwolle. Er gehört zu den ältesten bekannten Hunderassen und wurde als Begleithund gezüchtet. Trotz seines eleganten Äußeren ist er robust, intelligent und wachsam.

Geschichte und Herkunft: Der Hund der Antike

Die Geschichte des Maltesers reicht so weit zurück, dass seine genauen Ursprünge im Nebel der Antike verschwimmen. Er ist keine Rasse, die in den letzten Jahrhunderten aus bestimmten Zwecken zusammengekreuzt wurde; er existiert in fast unveränderter Form seit Tausenden von Jahren.

Mythen und Fakten aus dem Mittelmeerraum

Trotz seines Namens stammt der Malteser wahrscheinlich nicht ursprünglich von der Insel Malta. Der Name leitet sich vermutlich vom semitischen Wort “màlat” ab, was Hafen oder Zuflucht bedeutet. Diese kleinen Hunde lebten in den Häfen und Küstenstädten des zentralen Mittelmeerraums, wo sie als Ratten- und Mäusefänger auf den Schiffen der Seefahrer eingesetzt wurden.

Bereits in der Antike erlebte die Rasse einen enormen sozialen Aufstieg. Aristoteles erwähnte etwa 370 v. Chr. einen kleinen Hund mit perfekten Proportionen, den er “Melitaei Catelli” nannte. Die alten Griechen errichteten sogar Gräber für ihre geliebten Malteser, und auf zahlreichen antiken Vasen und Amphoren sind Hunde abgebildet, die dem heutigen Malteser verblüffend ähnlich sehen.

Der Liebling der Königshöfe

Während des Römischen Reiches war der Malteser das ultimative Statussymbol für adelige Damen. Man glaubte sogar, die Hunde hätten heilende Kräfte und legte sie zu kranken Menschen ins Bett (daher der alte Beiname “Comforter” oder Tröster).

Diese Beliebtheit bei der Aristokratie hielt über die Jahrhunderte an. In der Renaissance war der Malteser an fast jedem europäischen Königshof zu finden. Königin Elisabeth I., Maria Stuart und später Königin Victoria von England waren allesamt stolze Besitzerinnen dieser bezaubernden weißen Hunde. Heute wird die Rasse weltweit gezüchtet und ist selbstverständlich von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt, wo sie von Italien als Ursprungsland vertreten wird. In Deutschland kümmern sich unter anderem Vereine im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) um die Zucht.

Physische Merkmale: Weiße Eleganz

Der Malteser ist ein Zwerghund von sehr feinem, aber dennoch kompaktem Bau. Er bewegt sich fließend und elegant, fast so, als würde er über den Boden schweben.

  • Größe: Die ideale Schulterhöhe liegt für Rüden bei 21 bis 25 cm, für Hündinnen bei 20 bis 23 cm.
  • Gewicht: Ein gesunder Malteser wiegt zwischen 3 und 4 kg. Sogenannte “Teacup”-Malteser, die extrem klein gezüchtet werden, sind stark gesundheitsgefährdet und werden von seriösen Züchtern strikt abgelehnt.

Das markante weiße Fell

Das Fell ist das absolute Markenzeichen der Rasse.

  • Beschaffenheit: Der Malteser besitzt reines Deckhaar ohne jegliche Unterwolle. Das Haar ist extrem lang (oft länger als der Hund hoch ist), seidig glänzend, schwer fallend und absolut glatt. Es darf nicht lockig oder wollig sein.
  • Farbe: Reines Weiß ist zwingend vorgeschrieben. Eine blasse Elfenbeintönung ist laut FCI-Standard noch zulässig, wird aber auf Ausstellungen nicht bevorzugt.
  • Der Kontrast: Besonders faszinierend ist der starke Kontrast zwischen dem strahlend weißen Fell und den tiefschwarzen Lidrändern, den dunklen Augen, den schwarzen Lippen und der schwarzen Nase. Dieser Kontrast verleiht dem Malteser seinen typischen, süßen Ausdruck (den sogenannten “Halo-Effekt”).

Temperament und Persönlichkeit: Ein großes Herz im kleinen Körper

Der Malteser ist ein fröhlicher, extrem menschenbezogener Hund, der nichts lieber tut, als Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

Der geborene Begleiter

Er ist ein Hund, der für die Gesellschaft gezüchtet wurde, und das merkt man ihm in jeder Sekunde an. Er möchte am liebsten überall dabei sein, sitzt gerne auf dem Schoß und fordert regelmäßig seine Streicheleinheiten ein. Diese enge Bindung bedeutet jedoch auch, dass der Malteser nicht gerne lange alleine bleibt. Trennungsangst ist ein häufiges Problem bei dieser Rasse, wenn das Alleinsein nicht von Welpenbeinen an behutsam trainiert wird.

Lebhaft und verspielt

Trotz seiner Größe und seines eleganten Aussehens ist der Malteser kein langweiliger Sofahund. Er ist sehr lebhaft, verspielt und behält seine alberne, jugendliche Art oft bis ins hohe Alter bei. Er liebt kleine Apportierspiele im Wohnzimmer genauso wie das Toben im Garten.

Mutig bis zur Selbstüberschätzung

Malteser sind erstaunlich furchtlos. Sie scheinen sich ihrer geringen Größe nicht bewusst zu sein und treten auch großen Hunden oder Fremden oft sehr selbstbewusst gegenüber. Als Wachhunde sind sie hervorragend; sie melden jedes ungewohnte Geräusch und jeden Besucher zuverlässig. Man muss jedoch darauf achten, dass aus der Wachsamkeit kein unkontrolliertes Kläffen wird.

Erziehung und Bewegungsbedarf

Bewegung: Anpassungsfähig und munter

Der Malteser passt sich dem Lebensstil seiner Besitzer sehr gut an, was ihn zu einem idealen Stadthund macht.

  • Täglicher Bedarf: Er braucht keine stundenlangen Märsche, aber ein bis zwei ausgedehnte Spaziergänge am Tag sind wichtig für seine körperliche und geistige Gesundheit.
  • Intelligenz: Er ist ein sehr cleverer kleiner Hund, der gerne Neues lernt. Dogdance, kleine Trick-Trainingseinheiten oder Intelligenzspielzeug lasten ihn geistig hervorragend aus.

Erziehung: Sanft, aber konsequent

Obwohl er so klein und süß ist, braucht der Malteser eine konsequente Erziehung.

  • Das “Kleinhund-Syndrom”: Wenn man ihm alles durchgehen lässt, nur weil er klein ist, kann er schnell zu einem kleinen Tyrannen werden, der das Haus regiert.
  • Positive Verstärkung: Er reagiert extrem gut auf Lob und Leckerlis. Härte oder lautes Schimpfen verängstigen ihn nur und zerstören das Vertrauen.
  • Sozialisierung: Eine frühe Gewöhnung an andere Hunde und Menschen ist wichtig, damit sein gesundes Selbstbewusstsein nicht in Aggression oder Angst umschlägt.

Gesundheit und Lebenserwartung

Der Malteser ist im Allgemeinen eine robuste und langlebige Rasse. Eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren (und manchmal sogar älter) ist keine Seltenheit.

Dennoch gibt es, wie bei den meisten Kleinhunden, einige rassespezifische gesundheitliche Aspekte, auf die Käufer und Besitzer achten sollten:

  • Patellaluxation (PL): Ein Herausrutschen der Kniescheibe, was zu Lahmheit führt. Seriöse VDH-Züchter lassen ihre Zuchttiere daraufhin untersuchen.
  • Zahnprobleme: Wegen ihres kleinen Kiefers neigen Malteser stark zu Zahnstein und vorzeitigem Zahnverlust. Tägliches Zähneputzen ist bei dieser Rasse Pflicht.
  • Tränenfluss (Tränenstein): Viele Malteser neigen zu tränenden Augen, was zu unschönen, rötlich-braunen Verfärbungen im weißen Fell unter den Augen führt. Dies kann genetisch bedingt sein, aber auch durch verstopfte Tränenkanäle oder Reizungen durch Haare verursacht werden.
  • Trachealkollaps: Ein Zusammenfallen der Luftröhre, das sich durch anfallsartigen Husten (Gänsehonken) äußert. Die Verwendung eines gut sitzenden Brustgeschirrs anstelle eines Halsbandes ist dringend zu empfehlen.
  • Hypoglykämie: Besonders bei Welpen und sehr kleinen Exemplaren kann es zu einem gefährlichen Abfall des Blutzuckerspiegels kommen.

Pflege: Eine tägliche Verpflichtung

Die Pflege des Maltesers ist intensiv und zeitaufwendig, besonders wenn man ihn im traditionellen, langen Show-Fell (Show-Coat) halten möchte.

  • Tägliches Bürsten: Das feine Haar ohne Unterwolle neigt extrem schnell zur Verfilzung. Ein tägliches, gründliches Kämmen und Bürsten bis auf die Haut ist unumgänglich.
  • Der “Puppy-Clip”: Die meisten Halter, die nicht auf Ausstellungen gehen, entscheiden sich für einen praktischen Kurzhaarschnitt (Puppy-Clip). Dieser muss jedoch alle 6 bis 8 Wochen vom Hundefriseur erneuert werden. Auch bei kurzem Fell muss regelmäßig gebürstet werden.
  • Augenpflege: Die Augenpartie muss täglich sanft gereinigt werden, um Tränenstein zu vermeiden.
  • Baden: Das weiße Fell wird schnell schmutzig, sodass regelmäßiges Baden mit einem hochwertigen, milden Hundeshampoo notwendig ist.
  • Allergikerfreundlich: Da der Malteser keine Unterwolle hat und kaum haart (er verliert Haare ähnlich wie der Mensch), wird er oft für Menschen mit leichten Hundehaarallergien empfohlen.

Ist ein Malteser der richtige Hund für Sie?

Der Malteser ist ein zauberhafter Begleiter für Menschen, die viel Zeit für ihren Hund haben und die aufwendige Pflege nicht scheuen.

Ein Malteser passt zu Ihnen, wenn:

  • Sie einen extrem anhänglichen, verschmusten Begleithund suchen.
  • Sie in einer Wohnung leben (er ist ein idealer Stadthund).
  • Sie die Zeit und Geduld für die tägliche Fell- und Augenpflege aufbringen können.
  • Sie einen Hund suchen, der kaum haart.

Ein Malteser passt nicht zu Ihnen, wenn:

  • Sie täglich viele Stunden außer Haus arbeiten und der Hund alleine bleiben müsste.
  • Sie kleine, grobe Kinder haben (der Malteser ist zwar robust, aber dennoch ein sehr kleiner Hund, der bei ungeschickter Behandlung verletzt werden kann).
  • Sie keine Lust auf Bürsten und regelmäßige Friseurbesuche haben.
  • Sie sich an einem gewissen Maß an Bellen stören (er ist ein guter Wachhund).

Wer die Anforderungen an Nähe und Pflege erfüllt, bekommt einen treuen, fröhlichen Begleithund.

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