Akita
← Zurück zu allen Rassen

Akita

Mit seinem massiven Kopf, der gerollten Rute und seiner stillen Stärke ist der Akita ein loyaler, würdevoller Beschützer, der Respekt einflößt.

Herkunft
Japan
Größe
Large
Lebenserwartung
10-12 Jahre
Temperament
Würdevoll, Mutig, Wachsam, Loyal, Territorial

Der Akita ist ein Hund voller faszinierender Widersprüche. Er ist ein unerbittlicher Beschützer, agiert dabei aber als stiller Wächter. Fremden gegenüber tritt er meist würdevoll, unnahbar und distanziert auf, während er seiner eigenen Familie gegenüber eine geradezu rührende, tiefe Zuneigung zeigt. Er ist im wahrsten Sinne ein Bär von einem Hund – sowohl was seine gewaltige Statur als auch sein beeindruckendes Temperament betrifft.

Ursprünglich aus den rauen, schneebedeckten Bergen im Norden Japans stammend, gilt der Akita Inu als lebendes Nationalheiligtum. Er ist ein starkes Symbol für gute Gesundheit, tiefes Glück und ein langes Leben. Wenn in Japan ein Kind geboren wird oder jemand schwer erkrankt, ist es eine alte Tradition, der Familie eine kleine Akita-Statue zu schenken, um Kraft und Genesung zu wünschen.

Aber machen Sie keinen Fehler: Dies ist kein flauschiger Golden Retriever. Der Akita ist eine ursprüngliche, kraftvolle Hunderasse, die speziell dafür gezüchtet wurde, in unwegsamem Gelände Bären, Wildschweine und Hirsche zu jagen. Er ist von Natur aus dominant, territorial und furchtlos. Für den richtigen, erfahrenen Besitzer ist er ein tief loyaler Gefährte. Für den unerfahrenen oder inkonsequenten Besitzer kann er jedoch schnell zur Überforderung werden.

Geschichte und Herkunft: Der Hund der Samurai

Der Akita blickt auf eine sehr alte Geschichte zurück. Seine direkten Vorfahren waren die Matagi Inu, mittelgroße, mutige Bärenjagdhunde, die von den traditionellen Matagi-Jägern in der Präfektur Akita eingesetzt wurden.

Über viele Jahrhunderte hinweg war es ausschließlich den Shogunen gestattet, Akitas zu besitzen. Sie wurden eingesetzt, um die königliche Familie und deren Ländereien zu bewachen sowie bei der Jagd auf Großwild zu assistieren.

Während der Meiji-Restauration (1868–1912) wurden in Japan Hundekämpfe populär. Um die Akitas größer, schwerer und aggressiver zu machen, kreuzte man sie mit Tosa Inus und Mastiffs. In der Folge geriet der reine japanische Akita fast an den Rand des Aussterbens. In den 1930er Jahren erkannte die japanische Regierung die Dringlichkeit, griff ein und erklärte den Akita offiziell zum Naturdenkmal. Es wurden intensive Bemühungen eingeleitet, um die Rasse in ihren ursprünglichen Typ zurückzuzüchten.

Der wohl bekannteste Akita der Welt ist Hachikō, der an der Bahnstation Shibuya in Tokio jeden Tag neun Jahre lang auf die Rückkehr seines verstorbenen Herrchens wartete, bis er 1935 selbst verstarb. Eine Bronzestatue von Hachikō steht noch heute an diesem Bahnhof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten viele Akitas in die USA. Diese Hunde waren deutlich größer und schwerer als der traditionelle japanische Typ. Dies führte letztendlich zu einer offiziellen Aufspaltung der Rasse in zwei Linien: den American Akita (größer, schwerer, in allen Farben zugelassen) und den Japanischen Akita Inu (etwas kleiner, fuchsartiger im Gesicht, beschränkt auf Rot, Weiß oder Gestromt).

Physische Merkmale

Der American Akita ist ein massiver, kraftvoller Hund mit schweren Knochen.

  • Höhe: Rüden 66–71 cm; Hündinnen 61–66 cm.
  • Gewicht: Rüden 45–59 kg; Hündinnen 32–45 kg.

Markante Eigenschaften

  • Kopf: Auffallend breit, massiv und stumpf-dreieckig. Die Schnauze ist breit und sehr voll.
  • Augen: Eher klein, tief liegend und fast dreieckig geformt. Die Farbe ist ein dunkles Braun.
  • Ohren: Relativ klein, dickfleischig, dreieckig und stehend. Sie neigen sich in Verlängerung der Nackenlinie charakteristisch leicht nach vorne.
  • Rute: Groß, kräftig und buschig behaart, hoch angesetzt und wird eingerollt über dem Rücken oder eng an der Flanke getragen.
  • Fell: Ein sehr dichtes Doppelfell. Das Deckhaar ist gerade, hart und steht etwas vom Körper ab; die Unterwolle ist dick, weich und dicht.
  • Farben: Beim American Akita ist jede Farbe erlaubt, einschließlich reines Weiß, Gestromt oder gescheckt. Der Japanische Akita Inu ist auf Rot, Weiß und Gestromt beschränkt.

Temperament und Persönlichkeit: Der stille Wächter

Akitas sind keine Kläffer. Sie sind von Natur aus stille, beobachtende Jäger. Sie kommunizieren mit ihren Menschen oft durch ein leises Wuff oder ein Brummeln, aber sie bellen fast nie ohne triftigen Grund. Wenn ein Akita laut bellt, sollten Sie sofort nachsehen, was los ist.

Der Beschützer

Sie besitzen einen starken, natürlichen Beschützerinstinkt gegenüber ihrer Familie und ihrem Territorium. Sie sind Fremden gegenüber von Grund auf misstrauisch und dulden keine ungebetenen Eindringlinge. Eine sehr frühe und umfassende Sozialisierung ist zwingend erforderlich, damit der Hund lernt, zwischen einem willkommenen Gast und einer echten Bedrohung zu unterscheiden.

Der dominante Hund

Akitas verhalten sich gegenüber anderen Hunden oft sehr dominant und nicht selten auch aggressiv, insbesondere gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Sie haben einen ausgeprägten Beutetrieb und könnten kleine Tiere als potenzielle Beute ansehen. Aus diesem Grund werden sie generell nicht für Mehrhunde-Haushalte oder Haushalte mit Katzen empfohlen, es sei denn, sie wurden sorgfältig von Welpenbeinen an zusammen aufgezogen.

Der Familienhund

Trotz ihres harten Äußeren sind sie im engsten Kreise ihrer Familie zutiefst liebevoll. Sie sind dafür bekannt, sehr maulbezogen zu sein – oft begrüßen sie ihre Lieblingsmenschen, indem sie sanft deren Hand oder Handgelenk ins Maul nehmen, ohne fest zuzubeißen. Bemerkenswert ist auch ihre fast katzenhafte Reinlichkeit; Akitas putzen sich oft ausgiebig selbst.

Training und Bewegungsbedarf

Bewegung

Der Akita hat einen moderaten Bewegungsbedarf.

  • Täglich: Ein längerer, strammer Spaziergang oder eine lockere Joggingrunde am Tag sind in der Regel ausreichend. Sie sind keine überdrehten Hochenergiehunde, aber sie müssen ihre massiven Körper regelmäßig bewegen.
  • Kaltes Wetter: Akitas blühen bei Schnee und Kälte auf. Hitze hingegen vertragen sie aufgrund ihres dichten Fells schlecht.

Training

Die Erziehung eines Akitas ist oft ein wahrer Test der Willensstärke.

  • Respekt: Der Akita muss Sie als ruhigen, souveränen Führer respektieren. Harte Methoden, Geschrei oder Zwang werden zu gefährlicher Aggression führen. Positive Verstärkung gepaart mit festen, unverrückbaren Grenzen ist der Schlüssel zum Erfolg.
  • Langeweile: Sie sind sehr intelligent, langweilen sich aber schnell. Wenn Sie stumpfe Wiederholungen trainieren, wird der Akita Sie ignorieren. Das Training muss abwechslungsreich und motivierend sein.
  • Leinenführigkeit: Aufgrund ihrer immensen Größe und Kraft ist ein perfektes Leinentraining nicht verhandelbar. Einen 60-Kilo-Akita, der beschließt, spontan einem Eichhörnchen hinterherzujagen, kann man unmöglich körperlich festhalten.

Gesundheit und Lebenserwartung

Akitas sind im Allgemeinen robuste Hunde, neigen aber zu einigen spezifischen Erkrankungen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 10 bis 12 Jahre.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Ein häufiges Problem bei nahezu allen großen und schweren Hunderassen.
  • Magendrehung (GDV): Als Hunde mit einem tiefen Brustkorb sind sie besonders gefährdet für diesen lebensbedrohlichen Notfall.
  • Autoimmunerkrankungen: Sie haben eine rassetypische Neigung zu verschiedenen Autoimmunerkrankungen, darunter Pemphigus (eine Hautkrankheit), Uveitis (eine Augenentzündung) und Sebadenitis (eine Entzündung der Talgdrüsen).
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Kann unerklärliche Gewichtszunahme, Trägheit und Fellprobleme verursachen.

Pflege und Haltung

Machen Sie sich nichts vor: Der Akita haart – und zwar gewaltig.

  • Bürsten: Ein gründliches wöchentliches Bürsten ist das Minimum.
  • Fellwechsel: Zweimal im Jahr findet ein massiver Fellwechsel statt, bei dem sie ihre gesamte dichte Unterwolle in Büscheln verlieren. In dieser Zeit müssen Sie täglich bürsten und häufig staubsaugen.
  • Baden: Ein Bad alle paar Monate reicht aus, da das Fell von Natur aus schmutzabweisend ist.
  • Krallen: Müssen regelmäßig gekürzt werden. Akitas können dramatisch reagieren, wenn man ihre Pfoten berührt. Gewöhnen Sie sie daher schon im Welpenalter mit viel Geduld und Belohnung daran.

Ernährung

Akitas neigen dazu, ihr Futter stark zu verteidigen.

  • Qualität: Ein Futter mit hochwertigem Protein ist am besten geeignet. Einige erfahrene Züchter empfehlen, Soja zu vermeiden, da es das Risiko einer Magendrehung erhöhen könnte.
  • Fütterung: Teilen Sie die Tagesration auf zwei Mahlzeiten auf. Verwenden Sie keine erhöhten Futternäpfe, es sei denn, Ihr Tierarzt empfiehlt dies ausdrücklich.
  • Wasser: Frisches, sauberes Wasser muss immer reichlich zur Verfügung stehen.

Passt ein Akita zu Ihnen?

Der Akita ist eine majestätische, loyale, aber auch herausfordernde Rasse.

Ja, er passt zu Ihnen, wenn:

  • Sie ein sehr erfahrener Hundehalter sind – der Akita ist kein Anfängerhund.
  • Sie einen furchtlos loyalen Beschützer suchen.
  • Sie über einen sicher und hoch eingezäunten Garten verfügen.
  • Sie die dominant territoriale Natur dieser Rasse verstehen und souverän lenken können.

Nein, er ist nichts für Sie, wenn:

  • Sie einen Hund suchen, der auf der Hundewiese jeden anderen Hund fröhlich begrüßt.
  • Sie andere Haustiere, insbesondere kleine Tiere oder gleichgeschlechtliche Hunde, besitzen.
  • Sie einen Hund erwarten, der jeden Befehl sofort und ohne zu hinterfragen ausführt.
  • Sie körperlich oder mental nicht in der Lage sind, ein über 50 Kilo schweres, kraftvolles Tier sicher zu führen.

Für jene Menschen, die den Respekt eines Akitas erarbeiten, ist er ein stiller Schatten, ein zuverlässiger Wächter und ein treuer Begleiter.

Ähnliche Rassen