Alaskan Malamute
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Alaskan Malamute

Der Alaskan Malamute ist ein gewaltiger, kraftvoller Schlittenhund der Arktis, der für seine immense Stärke, enorme Ausdauer und sein freundliches, würdevolles Wesen bekannt ist.

Herkunft
Vereinigte Staaten (Alaska)
Größe
Large
Lebenserwartung
10-14 Jahre
Temperament
Freundlich, Anhänglich, Würdevoll, Loyal, Verspielt

Der Alaskan Malamute ist ein kräftiger Schlittenhund der Arktis. Gezüchtet, um schwere Schlitten unter extremen klimatischen Bedingungen über weite Entfernungen zu ziehen, zeichnet er sich durch große Stärke und hohe Ausdauer aus.

Doch unter diesem wilden, wolfsähnlichen Äußeren und der respekteinflößenden Größe verbirgt sich ein überaus verspielter, tief anhänglicher und überraschend sanftmütiger Gefährte. Malamutes sind echte Rudeltiere. Sie betrachten ihre menschliche Familie als ihr Rudel und fordern nachdrücklich ein, in alles einbezogen zu werden. Wenn Sie nach Hause kommen, werden sie Sie mit ihrem typischen, gesprächigen Woo-Woo lautstark begrüßen. Sie werden versuchen, sich gemütlich auf Ihren Füßen oder, wenn Sie es zulassen, sogar auf Ihrem Schoß einzurollen, und verhalten sich bis weit in ihre goldenen Jahre hinein oft wie übergroße Welpen.

Geschichte und Herkunft: Der Hund der Mahlemut

Der Alaskan Malamute gehört zu den ältesten bekannten arktischen Schlittenhunden. Er verdankt seinen Namen dem Volksstamm der Mahlemut, einer Gruppe der Inupiat-Eskimos, die entlang des Kotzebue-Sunds im Nordwesten Alaskas lebten.

Für das Überleben dieser Menschen waren diese Hunde unverzichtbar. Sie zogen nicht nur schwere, mit Lebensmitteln, Vorräten und Ausrüstung beladene Schlitten durch tiefsten Schnee, sondern halfen auch aktiv bei der gefährlichen Jagd auf Robben und Eisbären und schützten das Lager vor großen Raubtieren.

Der Malamute wurde in seiner langen Geschichte niemals auf Geschwindigkeit gezüchtet; das einzige Zuchtziel waren stets maximale Kraft und Ausdauer. Als 1896 der berühmte Goldrausch in Alaska ausbrach, schoss die Nachfrage nach starken Schlittenhunden in die Höhe. Viele einheimische arktische Rassen wurden in dieser Zeit rücksichtslos mit importierten Hunden gekreuzt. Der Malamute blieb jedoch vergleichsweise rein, vor allem deshalb, weil der Stamm der Mahlemut geografisch isoliert lebte.

Während des Zweiten Weltkriegs leisteten Malamutes heldenhafte Dienste als Such- und Rettungshunde in der Arktis. Tragischerweise stand die Rasse nach dem Krieg fast vor dem Aussterben, doch einige wenige, engagierte Züchter retteten sie. Heute ist der Malamute der offizielle Staatshund des Bundesstaates Alaska.

Physische Merkmale

Der Malamute ist ein substanzvoller, massiger Hund mit schweren Knochen. Er steht fest und breitbeinig über den Pfoten, was sofort den Eindruck unbändiger Kraft vermittelt.

  • Höhe: Rüden ca. 64 cm; Hündinnen ca. 58 cm.
  • Gewicht: Rüden ca. 39 kg; Hündinnen ca. 34 kg. Es gibt auch sogenannte „Giant”-Linien, bei denen die Hunde die 45-Kilo-Marke deutlich überschreiten.

Markante Eigenschaften

  • Fell: Ein dickes, raues und doppellagiges Fell. Die Unterwolle ist sehr dicht, ölig und wollig; die Deckhaare sind lang, hart und stehen deutlich vom Körper ab.
  • Farben: Das Spektrum reicht von hellem Grau über Schwarz, Zobel bis hin zu verschiedenen Rottönen, jeweils in Kombination mit Weiß. Die einzige zulässige einfarbige Variante ist ein reines Weiß.
  • Gesicht: Die Gesichtszeichnungen sind sehr markant und individuell. Einige Hunde haben eine „Kappe” mit einem rein weißen Gesicht; andere haben eine voll ausgeprägte, dunkle „Maske”.
  • Augen: Mandelförmig und immer braun. Blaue Augen sind – im krassen Gegensatz zum Sibirischen Husky – ein Zuchtausschlussgrund und gelten im Ausstellungsring als schwerer Fehler.
  • Rute: Eine prächtige, buschige Rute, die wie eine wehende Feder fröhlich über dem Rücken getragen wird. Sie ist nicht fest eingerollt wie beim Akita, sondern liegt eher locker auf.
  • Ohren: Mittelgroß, dreieckig und bei Aufmerksamkeit aufrecht stehend.

Temperament und Persönlichkeit: Der freundliche Riese

Malamutes sind berüchtigt für ihre Freundlichkeit gegenüber Menschen. Als Wachhunde sind sie kaum geeignet, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Einbrecher freudig abschlecken, anstatt ihn zu beißen, ist denkbar hoch.

Das Rudeltier

Sie brauchen ständige Gesellschaft. Sie eignen sich nicht als reine Hof- oder Zwingerhunde, die sich selbst überlassen werden. Wenn sie isoliert werden, werden sie heulen, tiefe Krater in den Garten graben und aus purer Frustration Eigentum zerstören. Sie müssen bei ihren Menschen sein.

Der dominante Hund

Während sie gegenüber Menschen in der Regel freundlich sind, können Malamutes gegenüber anderen Hunden – insbesondere des gleichen Geschlechts – sehr dominant und territorial auftreten. Eine frühe, intensive Sozialisierung ist daher entscheidend. Zudem besitzen sie einen stark ausgeprägten Beutetrieb und werden Katzen oder andere kleine Tiere höchstwahrscheinlich jagen, wenn sie nicht von klein auf strikt daran gewöhnt wurden.

Der unabhängige Denker

Malamutes sind hochintelligent, aber berüchtigt stur. Sie wurden jahrhundertelang darauf gezüchtet, draußen auf dem Eis eigenständige Entscheidungen zu treffen – etwa sich strikt zu weigern, dünnes, brüchiges Eis zu überqueren, selbst wenn der Musher es befiehlt. Daher werden sie auch im Alltag einen Befehl selten blind ausführen. Sie müssen sich den Respekt des Hundes erst verdienen.

Training und Bewegungsbedarf

Bewegung

Machen Sie sich nichts vor: Dies ist ein waschechter Arbeitshund. Er braucht einen Job, um glücklich zu sein.

  • Täglich: Ein sehr langer, strammer Spaziergang oder eine ausgedehnte Wanderung ist das absolute Minimum.
  • Zugsport: Wenn Sie in einer schneereichen Region leben, sind Skijöring, Canicross oder echtes Schlittenfahren ideal.
  • Rucksackwandern: Lassen Sie ihn im Sommer bei Wanderungen einen speziellen Hunde-Rucksack tragen. Er liebt es, eine sinnvolle Aufgabe zu haben.
  • Weight Pulling: Ein populärer Sport für Malamutes. Gut trainierte Exemplare können enorme Gewichte ziehen.

Training

Das Training eines Malamutes erfordert viel Geduld, Kreativität und eine gesunde Portion Humor.

  • Positive Verstärkung: Arbeiten Sie mit hochwertigen Leckerlis. Malamutes sind in der Regel stark futtermotiviert.
  • Konsequenz: Wenn Sie ihm auch nur einmal erlauben, auf das gemütliche Sofa zu klettern, betrachten Sie dieses Sofa von nun an als sein Eigentum.
  • Rückruf: Vertrauen Sie einem Malamute niemals ohne Leine in einem ungesicherten Bereich. Wenn er ein Eichhörnchen oder ein Reh sieht, ist er weg – und er kommt erst dann zurück, wenn er selbst es für richtig hält.

Gesundheit und Lebenserwartung

Malamutes sind im Allgemeinen sehr robuste und gesunde Hunde mit einer Lebenserwartung von 10 bis 14 Jahren.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Wie bei fast allen großen, schweren Rassen ein relativ häufiges Problem.
  • Chondrodysplasie: Eine genetische Störung des Knorpelwachstums, die zu Zwergwuchs führt.
  • Polyneuropathie: Eine neurologische Erkrankung, die die Nerven betrifft und zu Schwäche und Koordinationsverlust führt.
  • Magendrehung (GDV): Eine akute, lebensbedrohliche Verdrehung des Magens, die sofort operativ behandelt werden muss.
  • Hemeralopie (Tagblindheit): Eine Augenerkrankung, die bei hellem Tageslicht zu Orientierungsverlust führt.
  • Zinkreaktive Dermatose: Einige nordische Rassen haben Schwierigkeiten, Zink aus der Nahrung aufzunehmen, was zu schweren Hautproblemen führen kann.

Pflege und Haltung

Der Malamute haart – und zwar in einem Ausmaß, das sich Neulinge kaum vorstellen können.

  • Bürsten: Ein tägliches, gründliches Bürsten ist dringend zu empfehlen, um das dichte Fell gesund zu halten und die Menge an herumfliegenden Haaren zumindest ein wenig zu reduzieren.
  • Fellwechsel: Zweimal im Jahr stoßen sie ihre gesamte dichte Unterwolle ab. Sie werden in dieser Zeit genug Wolle auskämmen, um damit einen kompletten zweiten Hund zu basteln.
  • Baden: Ein Bad alle paar Monate reicht in der Regel völlig aus, da das Fell selbstreinigend ist.
  • Hitzeempfindlichkeit: Malamutes überhitzen aufgrund ihres massiven Fells leicht. Sorgen Sie im Sommer für ausreichend kühle, schattige Plätze und frisches Wasser. Scheren Sie das Doppelfell jedoch niemals, da es den Hund auch vor Hitze und Sonnenbrand schützt und die Fellstruktur beim Nachwachsen dauerhaft ruiniert werden kann.

Ernährung

Malamutes sind erstaunlich gute Futterverwerter. Sie haben sich evolutionär daran angepasst, in rauen Bedingungen mit sehr wenig Nahrung auszukommen.

  • Fettleibigkeit: Sie nehmen leicht zu. Messen Sie die Futterportionen genau ab und widerstehen Sie dem bettelnden Blick.
  • Magendrehungs-Prävention: Füttern Sie die Tagesration aufgeteilt auf zwei kleinere Mahlzeiten und vermeiden Sie anstrengende Bewegung direkt nach dem Fressen.

Passt ein Alaskan Malamute zu Ihnen?

Der Malamute ist eine majestätische, liebevolle, aber gleichzeitig auch anspruchsvolle Rasse.

Ja, er passt zu Ihnen, wenn:

  • Sie eine sehr aktive, sportliche Person sind, die sich gerne bei jedem Wetter in der Natur aufhält.
  • Sie einen überaus freundlichen, anhänglichen Hund suchen, der voll und ganz als Familienmitglied integriert wird.
  • Sie über einen sicher und möglichst ausbruchssicher eingezäunten Garten verfügen – Malamutes sind begnadete Ausbrecherkünige.
  • Es Ihnen nichts ausmacht, Hundehaare auf wirklich allem zu haben.

Nein, er ist nichts für Sie, wenn:

  • Sie enormen Wert auf ein klinisch sauberes, haarfreies Haus legen.
  • Sie einen scharfen Wach- oder Schutzhund suchen, der Ihr Eigentum verteidigt.
  • Sie einen Hund erwarten, der auf jeden Befehl sofort und ohne zu zögern gehorcht.
  • Sie in einem durchgehend sehr heißen Klima ohne Klimaanlage oder kühle Rückzugsorte leben.

Für den richtigen, verständnisvollen und konsequenten Besitzer ist der Alaskan Malamute ein loyaler, kraftvoller und anhänglicher Begleiter.

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