American Bully
← Zurück zu allen Rassen

American Bully

Der American Bully ist eine in den 1990er Jahren in den USA entwickelte Begleithunderasse, die aus Kreuzungen von American Pit Bull Terriern mit verschiedenen Bulldoggen-Typen entstanden ist und durch ein ruhiges, familienfreundliches Temperament gekennzeichnet ist.

Herkunft
USA
Größe
Large
Lebenserwartung
10-13 Jahre
Temperament
Sanft, Freundlich, Selbstbewusst, Liebevoll, Treu

Wenn der American Pit Bull Terrier der schlanke Leichtathlet ist, dann ist der American Bully der schwergewichtige Bodybuilder. Mit ihrem massiven Kopf, der breiten Brust und dem schweren Knochenbau sehen sie aus, als könnten sie mühelos einen Lastwagen ziehen.

Doch das Aussehen täuscht. Der American Bully wurde gezielt als Begleithund erschaffen. Die Züchter übernahmen die ausgeprägte Loyalität des Pit Bulls, züchteten den starken Beutetrieb sowie die oft vorhandene Unverträglichkeit mit Artgenossen heraus und kreuzten verschiedene Bulldoggen-Rassen ein, um einen ruhigeren, massigeren Hund zu erhalten.

Das Ergebnis ist ein sanfter Riese – oder sanfter Mini-Riese, je nach Größenvariante. Sie sind berühmt für ihr stabiles, nervenfestes Wesen, ihre bemerkenswerte Toleranz gegenüber Kindern und ihren einzigen wahren Lebenswunsch: ein riesiger Schoßhund zu sein.

Geschichte und Herkunft: Eine moderne Kreation

Der American Bully ist eine noch recht junge Rasse, die in den 1990er Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde. Das Ziel der Züchter war es, einen idealen Familienhund zu kreieren: Er sollte das imposante Aussehen eines Pit Bulls behalten, gleichzeitig aber die entspannte und gemütliche Persönlichkeit der Englischen Bulldogge in sich vereinen.

Um dies zu erreichen, wurden American Pit Bull Terrier und American Staffordshire Terrier mit verschiedenen Bulldoggen-Typen gekreuzt, darunter American Bulldog, English Bulldog und Olde English Bulldogge.

Die Rasse gewann rasant an Beliebtheit. Im Jahr 2004 wurde der American Bully Kennel Club (ABKC) gegründet. 2013 erkannte der UKC (United Kennel Club) die Rasse offiziell an. Seitdem verbreitete sich die Rasse weltweit und wird für ihr Erscheinungsbild und ihre Familientauglichkeit geschätzt.

Physische Merkmale

Den Bully gibt es in vier verschiedenen Größenklassen, aber sie alle teilen den unverkennbaren „Bully”-Typ: einen breiten Kopf, schwere Knochen und einen muskelbepackten Körper.

Die 4 Klassen

  1. Pocket: Rüden unter 43 cm. Kompakt, klein, aber massig.
  2. Standard: Rüden 43–51 cm. Die wohl am besten proportionierte Variante.
  3. Classic: Gleiche Höhe wie der Standard, aber mit einem leichteren, etwas terrierhafteren Körperbau.
  4. XL: Rüden über 51 cm. Massive, kraftvolle Hunde, die nicht selten über 55 kg wiegen können.

Das Erscheinungsbild

  • Kopf: Breit und blockartig mit stark ausgeprägten Wangenmuskeln.
  • Körper: Die Rippen sind stark gewölbt und sehr breit.
  • Fell: Kurz, glatt und glänzend.
  • Farbe: Alle Farben und Zeichnungen sind erlaubt, mit Ausnahme von Merle. Besonders beliebt ist Blau (Grau).

Temperament: Der sanfte Bodybuilder

Der American Bully zeichnet sich vor allem durch seine Wesensfestigkeit aus.

Keine Aggression

Der Rassestandard macht unmissverständlich klar, dass aggressives Verhalten gegenüber Menschen untypisch ist. Ein gut gezüchteter Bully ist selbstbewusst, nicht ängstlich. Sie bellen nur selten und lassen Fremde in der Regel entspannt an sich heran – obwohl ihr imposantes Aussehen meist schon ausreicht, um ungebetene Gäste fernzuhalten.

Geringer Beutetrieb

Im Gegensatz zum Pit Bull Terrier hat der Bully normalerweise einen sehr geringen Beutetrieb. Es ist viel unwahrscheinlicher, dass sie Katzen oder Eichhörnchen jagen. Sie sind Hunde zum Abhängen, keine Jagdhunde.

Großartig mit Kindern

Sie zeigen eine außergewöhnliche Toleranz gegenüber Kindern. Sie sind robust genug, um auch mal etwas wildere Spiele wegzustecken, und geduldig genug, um versehentliches Ohrenziehen zu ertragen – was natürlich dennoch von den Eltern unterbunden werden sollte.

American Bully vs. Englische Bulldogge

Obwohl sie DNA teilen, sind sie grundverschieden.

  • American Bully: Athletischer, hat bei guter Zucht deutlich weniger Atemprobleme, ist größer und wesentlich leichter zu trainieren.
  • Englische Bulldogge: Deutlich bequemer, sturer, anfällig für schwere gesundheitliche Probleme und hat oft eine deutlich kürzere Lebenserwartung.

Energielevel und Bewegungsbedarf

American Bullies haben ein mittleres bis niedriges Energielevel.

  • Tägliche Bewegung: Ein gemütlicher, 30- bis 45-minütiger Spaziergang reicht in der Regel völlig aus. Sie sind keine Marathonläufer. Der Einfluss der Bulldoggen bedeutet, dass sie schnell überhitzen und nicht über endlose Ausdauer verfügen.
  • Spiel: Sie lieben kurze, intensive Zerrspiele oder Apportieren, sind aber genauso glücklich, wenn sie den Rest des Tages auf dem Sofa verschlafen können.
  • Hitzeempfindlichkeit: Vorsicht im Hochsommer. Ihre schwere Muskelmasse in Kombination mit den kürzeren Schnauzen macht es ihnen schwer, ihre Körpertemperatur zu regulieren.

Training: Sanfte Führung

Bullies sind, trotz ihrer imposanten Optik, sehr sensible Hunde.

  1. Sozialisierung: Auch wenn sie von Natur aus freundlich sind, bedeutet ihr oft gefürchtetes Aussehen, dass sie sich stets als vorbildliche Hunde präsentieren müssen. Sozialisieren Sie sie intensiv, um ängstliche Reaktionen zu vermeiden.
  2. Positive Verstärkung: Sie lieben Futter. Das Training mit Leckerlis ist unkompliziert. Harte Worte oder Strafen machen sie nur traurig und zerstören das Vertrauen.
  3. Leinenführigkeit: Ein XL Bully kann einen ausgewachsenen Mann mühelos von den Füßen reißen. Bringen Sie ihm schon als Welpen bei, ohne Zug an der lockeren Leine zu laufen.

Gesundheit und Lebenserwartung

American Bullies werden im Durchschnitt 10 bis 13 Jahre alt. Der Fokus auf ausgeprägte körperliche Merkmale kann jedoch zu Problemen führen.

  • Hüft- und Ellbogendysplasie: Das immense Gewicht belastet die Gelenke schwer. Halten Sie Ihren Bully schlank; Übergewicht ist Gift für seine Gelenke.
  • Herzerkrankungen: Subvalvuläre Aortenstenose (SAS) kommt vor.
  • Hautprobleme: Allergien, Hot Spots und Ekzeme sind keine Seltenheit.
  • Cherry Eye: Ein Vorfall der Nickhautdrüse.
  • Atemprobleme: Einige Bullies mit stark verkürzter Schnauze leiden unter dem Brachyzephalen Syndrom. Kaufen Sie nur bei Züchtern, für die eine freie Atmung oberste Priorität hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der American Bully dasselbe wie ein Pit Bull? Nein. Obwohl der American Pit Bull Terrier die Basisrasse für die Entstehung des American Bullys war, handelt es sich heute um zwei völlig eigenständige Rassen mit unterschiedlichem Körperbau und abweichendem Temperament. Der Pit Bull ist in der Regel ein energiegeladener Arbeitsterrier mit hohem Beutetrieb. Beim American Bully wurde gezielt darauf geachtet, diese Terrier-Eigenschaften herauszuzüchten. Er hat ein niedrigeres Energielevel und ist durch und durch ein ruhiger Begleithund.

Sind American Bullies in manchen Gebieten verboten? Leider ja. Da sie optisch dem Pit Bull ähneln und eine gemeinsame Abstammung haben, fallen American Bullies häufig unter die sogenannte Rasseliste. Viele Länder, Bundesländer oder Vermieter, die „Hunde vom Pit-Bull-Typ” verbieten oder mit strengen Auflagen belegen, schließen den American Bully oft in diese Definition mit ein. Prüfen Sie immer sehr genau die örtlichen Gesetze, bevor Sie sich für diese Rasse entscheiden.

Warum haben so viele American Bullies kupierte Ohren? Das Kupieren der Ohren ist beim American Bully ein rein kosmetischer Eingriff, der traditionell durchgeführt wird, um dem Hund einen „härteren” Look zu verleihen. Es gibt dafür fast nie eine medizinische Notwendigkeit. In vielen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist das Kupieren ohnehin gesetzlich streng verboten.

Ist der American Bully der richtige Hund für Sie?

Ja, wenn:

  • Sie den muskulösen Look lieben, aber das entspannte, gemütliche Wesen eines Schoßhundes suchen.
  • Sie eine Familie haben und einen robusten, toleranten Hund möchten.
  • Sie einen Hund suchen, der nicht täglich stundenlanges Lauftraining benötigt.
  • Sie einen loyalen Gefährten wollen, der rund um die Uhr bei Ihnen sein möchte.

Nein, wenn:

  • Sie einen Hund zum Joggen suchen – für lange Strecken und Hitze sind sie ungeeignet.
  • Sie einen echten, scharfen Wachhund wollen.
  • Sie körperlich nicht in der Lage sind, einen sehr starken Hund an der Leine zu halten.
  • Sie nicht bereit sind, sich mit Rassediskriminierung auseinanderzusetzen.

Der American Bully verbindet ein imposantes Erscheinungsbild mit einem ruhigen, familienfreundlichen Temperament und ist für geeignete Besitzer ein zuverlässiger Begleithund.

Ähnliche Rassen