American Foxhound
Der American Foxhound ist eine der ältesten amerikanischen Hunderassen, die im 18. Jahrhundert u. a. von George Washington mitentwickelt wurde und für Fuchsjagden in Virginia gezüchtet wurde.
Der American Foxhound ist ein echtes amerikanisches Original. Er gehört zu den ältesten amerikanischen Hunderassen überhaupt, mit einer Abstammungslinie, die bis vor die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung zurückreicht. Maßgeblich von George Washington mitentwickelt, wurde der American Foxhound gezüchtet, um den ganzen Tag laufen zu können und Füchse durch die sanften Hügel und dichten Wälder Virginias zu jagen. Er ist hochbeiniger, leichter und schneller als sein englischer Verwandter, der English Foxhound, und perfekt an das rauere amerikanische Terrain angepasst.
Während er auf der Jagd ein unermüdlicher und leidenschaftlicher Arbeiter ist, zeigt er sich zu Hause als sanftmütiger, freundlicher Hund, der sich mit jedem versteht. Er besitzt eine melodiöse Stimme – das typische tiefe Bellen, oft „Geläut” genannt –, das meilenweit zu hören ist. Für Jagdhund-Liebhaber ist dieser Gesang faszinierend und für Jäger unerlässlich, um ihre Meute zu orten. Bei Nachbarn in einer ruhigen Vorstadtsiedlung stößt er jedoch meist auf weniger Begeisterung.
Geschichte und Herkunft: Der Hund der Gründerväter
Die Geschichte des American Foxhounds ist eng mit der Geschichte der Vereinigten Staaten verwoben.
Im Jahr 1650 segelte ein Engländer namens Robert Brooke mit seiner Familie und seiner Meute von Jagdhunden in die Kolonie Maryland. Diese Hunde, die als „Brooke Hounds” bekannt wurden, bildeten den Grundstock für mehrere amerikanische Jagdhunderassen und blieben fast 300 Jahre lang im Besitz der Familie Brooke.
Ein Jahrhundert später suchte George Washington, ein leidenschaftlicher Fuchsjäger, nach dem perfekten Laufhund für die Landschaft Virginias. Er wollte einen Hund mit noch besserer Nase, höherer Geschwindigkeit und der Ausdauer, von der Dämmerung bis in die Nacht jagen zu können. Er führte akribisch Buch über sein Zuchtprogramm. Um seine Meute zu verbessern, kreuzte er die Nachkommen der Brooke Hounds mit französischen Jagdhunden (Grand Bleu de Gascogne), die ihm sein Freund und Verbündeter, der Marquis de Lafayette, zum Geschenk gemacht hatte.
Das Ergebnis war der elegante, pfeilschnelle und stimmgewaltige American Foxhound. Diese Hunde waren leichter und langbeiniger als ihre englischen Vorfahren und fähig, enorme Distanzen im hohen Tempo zurückzulegen. Die Rasse wird bis heute intensiv für die Jagd genutzt, oft in großen Meuten von Jagdvereinen. Als reine Familienhunde sind sie vergleichsweise selten. Als Hommage an ihre Wurzeln sind sie der offizielle Staatshund von Virginia.
Physische Merkmale
Der American Foxhound ist ein schlanker, athletischer Hund, der für Geschwindigkeit und Ausdauer gebaut ist.
- Größe: Rüden 56–64 cm; Hündinnen 53–61 cm.
- Gewicht: 27–32 kg.
Markante Eigenschaften
- Beine: Sehr lang, mit geraden, kräftigen Knochen.
- Rücken: Über der Lende leicht gewölbt, was enorme Schubkraft beim Galoppieren ermöglicht.
- Ohren: Lang, tief angesetzt und weich.
- Fell: Kurz, hart und dicht anliegend – schützt den Hund vor Dornen und Gestrüpp.
- Farbe: Jede Farbe ist laut Standard erlaubt, aber die klassische dreifarbige Zeichnung (Schwarz, Weiß und Loh) ist am häufigsten.
- Augen: Groß, weich und entweder haselnussbraun oder dunkelbraun.
Temperament und Persönlichkeit
Foxhounds sind durch und durch Meutehunde. Sie sind sozial veranlagt und brauchen Gesellschaft.
Der liebevolle Begleiter
Sie sind sanft und liebevoll im Umgang mit ihrer Familie. Mit Kindern und anderen Hunden verstehen sie sich in der Regel hervorragend. Aufgrund ihres ausgeprägten Beutetriebs kann es jedoch passieren, dass sie Katzen oder anderen Kleintieren hinterherjagen.
Der unabhängige Geist
Wie alle Laufhunde folgen sie primär ihrer Nase. Haben sie eine Spur aufgenommen, sind sie weg. Sie sind eigenständige Denker und können stur sein. Hunde, die ständig auf das nächste Kommando warten, sind sie nicht.
Die Stimme
Sie bellen nicht nur, sie „singen” – auf Deutsch oft als Geläut bezeichnet. Es ist ein musikalischer, manchmal fast wehmütiger Klang, der über weite Entfernungen trägt. Jäger erkennen oft jeden einzelnen Hund ihrer Meute an seiner individuellen Stimme. In einer Wohnung oder ruhigen Nachbarschaft kann diese Lautstärke zur Herausforderung werden. Sie neigen dazu, Laut zu geben, wenn sie gelangweilt oder einsam sind.
Training und Bewegungsbedarf
Bewegung: Zum Laufen geboren
Der American Foxhound wurde dafür gezüchtet, während einer Jagd 50 bis 60 Kilometer zu laufen und am Ende noch Reserven zu haben. Entsprechend hoch ist sein täglicher Bewegungsbedarf.
- Täglich: Ein kurzer Spaziergang um den Block reicht nicht aus. Diese Rasse braucht täglich lange, intensive Läufe. Für Marathonläufer oder Wanderer ist dieser Hund ein idealer Begleiter.
- Eingezäunter Garten: Ein hoch und sicher eingezäunter Garten ist nötig. Wenn sie Witterung aufnehmen, folgen sie der Spur mit einer Hartnäckigkeit, die Rufe und niedrige Zäune überwindet.
Training: Die Nase regiert
Die Erziehung erfordert viel Geduld und konsequente Belohnungsarbeit. Sie sind nicht langsam – sie sind eigenständig. Sie wurden dafür gezüchtet, völlig autark vom Menschen zu arbeiten, sobald sie eine Spur haben.
- Rückruf: In nicht umzäunten Bereichen niemals ohne Leine. Wenn die Nase an ist, sind die Ohren auf Durchzug.
- Kurze Einheiten: Trainingseinheiten sollten kurz, positiv und belohnungsbasiert sein. Auf harte Strafen reagieren sie oft mit Verweigerung.
- Futtermotivation: Sie sind meist stark futtermotiviert – das wichtigste Hilfsmittel im Training.
Gesundheit und Lebenserwartung
American Foxhounds sind eine robuste und gesunde Rasse; sie werden oft 11 bis 13 Jahre alt. Da sie nie massenhaft als Showhunde überzüchtet wurden, leiden sie an deutlich weniger genetischen Defekten als viele Modehunde.
- Thrombozytopathie: Eine rassespezifische Störung der Blutplättchen, die die Gerinnung beeinträchtigt. Selbst bei kleinen Verletzungen kann es zu starken Blutungen kommen. Seriöse Züchter testen ihre Tiere darauf.
- Hüftdysplasie: Wie bei vielen großen, aktiven Rassen besteht ein gewisses Risiko.
- Ohrenentzündungen: Ihre langen Schlappohren schließen Feuchtigkeit und Schmutz ein – eine wöchentliche Kontrolle und Reinigung ist nötig.
- Magendrehung: Als tiefbrüstige Rasse haben sie ein erhöhtes Risiko für diese lebensbedrohliche Erkrankung.
Pflege
Der Foxhound ist in der Pflege anspruchslos.
- Bürsten: Einmal pro Woche mit einem Pflegehandschuh genügt.
- Baden: Nur wenn nötig.
- Krallen: Müssen kurz gehalten werden.
Ist der American Foxhound der richtige Hund für Sie?
Ja, wenn:
- Sie ein aktiver Läufer oder Wanderer sind.
- Sie über einen großen, hoch und sicher eingezäunten Garten verfügen.
- Sie einen sanften, pflegeleichten Hund suchen.
- Sie den unabhängigen Charakter eines echten Laufhundes schätzen.
Nein, wenn:
- Sie in einer hellhörigen Wohnung leben.
- Sie einen Hund suchen, der überall problemlos ohne Leine laufen kann.
- Sie einen Hund erwarten, der Kommandos präzise ausführt.
- Sie Kleintiere besitzen.
Für die aktive Familie, die die Natur liebt und einen Hund mit Geschichte, Ausdauer und einem großen Herzen zu schätzen weiß, ist der American Foxhound ein treuer Begleiter.
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