Belgian Sheepdog
Der Belgische Schäferhund (Groenendael) ist eine von vier Varietäten des belgischen Schäferhundes mit langem, schwarzem Fell, der als vielseitiger Arbeits-, Polizei- und Militärhund bekannt ist.
Der Belgische Schäferhund, der in den meisten Teilen der Welt als Groenendael (ausgesprochen Chru-nen-daal) bekannt ist, zeichnet sich durch sein langes, fließendes schwarzes Fell aus. Er teilt denselben athletischen Körperbau und die gleiche scharfe Intelligenz wie seine Cousins, der Malinois und der Tervueren.
Dies ist ein Hund von beeindruckender Schönheit und ernsthafter Leistungsfähigkeit. Er ist kein reines Schauhund; er ist ein Workaholic. Ursprünglich gezüchtet, um Schafe zu hüten, hat er als Polizeihund, Kriegshund, Such- und Rettungshund und Blindenführhund gedient. Er ist seiner Familie gegenüber tief loyal und wird oft als „Schatten” beschrieben, der Ihnen von Raum zu Raum folgt und stets prüft, ob seine Herde in Sicherheit ist.
Geschichte und Herkunft: Der Hund vom Château
Der Groenendael ist eine von vier verschiedenen Varietäten des Belgischen Schäferhundes, die früher alle als eine einzige Rasse mit unterschiedlichen Felltypen galten.
- Die vier Musketiere: Die Varietäten sind nach den Dörfern benannt, in denen sie entwickelt wurden:
- Groenendael: Langhaarig schwarz.
- Tervueren: Langhaarig falbfarben/mahagoni mit schwarzer Maske.
- Malinois: Kurzhaarig falbfarben/mahagoni mit schwarzer Maske.
- Laekenois: Rauh- oder Drahthaarig falbfarben.
- Nicholas Rose: Im späten 19. Jahrhundert lebte ein Züchter namens Nicolas Rose auf dem Château de Groenendael in der Nähe von Brüssel. Er begann mit der selektiven Zucht langhaariger schwarzer Schäferhunde, die zum Fundament für die Varietät Groenendael wurden. Während die anderen Varietäten nach Regionen benannt wurden, erhielt der Groenendael seinen Namen nach Roses Anwesen.
- Kriegsheld: Wie der Malinois bewies auch der Groenendael schnell seinen Wert weit über die Weide hinaus. Im Ersten Weltkrieg dienten sie mit Auszeichnung als Sanitätshunde, Meldehunde und Maschinengewehr-Zugtiere an vorderster Front. Ihr Mut, ihre Intelligenz und ihre Fähigkeit, unter Beschuss zu arbeiten, wurden weithin anerkannt.
- AKC-Anerkennung: Die Rasse wurde 1912 vom AKC als “Belgian Sheepdog” anerkannt. In den USA bezieht sich der Begriff “Belgian Sheepdog” spezifisch auf den Groenendael, während die anderen Varietäten als eigenständige Rassen registriert sind (außer dem Laekenois, der erst viel später in die AKC Miscellaneous Class aufgenommen wurde). In den meisten anderen Ländern (unter dem Dach der FCI) sind sie alle Varietäten einer einzigen Rasse: des Belgischen Schäferhundes.
Körperliche Merkmale
Der Belgische Schäferhund (Groenendael) ist ein mittelgroßer bis großer, quadratisch gebauter und eleganter Hund. Er sollte stolz und wachsam aussehen, niemals ängstlich.
- Größe: Rüden 61–66 cm; Hündinnen 56–61 cm.
- Gewicht: Rüden 27–34 kg; Hündinnen 20–27 kg.
Besondere Merkmale
- Das Fell: Die Krönung der Rasse. Es ist lang, glatt und üppig, mit einer dichten Halskrause oder “Collerette” um den Hals (besonders bei Rüden) und reichlicher Befederung an den Beinen und der Rute. Es ist wetterabweisend, aber nicht rau.
- Farbe: Schwarz. Ein kleiner weißer Abzeichen auf der Brust oder an den Zehen ist erlaubt, wird aber nicht bevorzugt. Das Fell kann im Sommer durch Sonneneinstrahlung einen rötlichen Schimmer annehmen.
- Der Kopf: Elegant, lang und fein ziseliert, mit flachem Schädel. Er sollte edel wirken.
- Ohren: Dreieckig, steif und aufrecht. Sie sind hoch am Kopf angesetzt.
- Augen: Dunkelbraun, mandelförmig und vor Intelligenz funkelnd.
- Rute: Lang und gut befedert, in Ruhe tief getragen und bei Aktivität mit leichter Krümmung angehoben. Sie sollte sich niemals wie bei einem Husky über den Rücken rollen.
Temperament und Persönlichkeit
Der Groenendael ist bekannt für seine hohe Intelligenz und ausgeprägte Sensibilität.
Die sensible Seele
Im Gegensatz zum oft “härteren” Malinois ist der Groenendael in der Regel weicher und sensibler. Er ist tief im Einklang mit den Emotionen seines Besitzers. Wenn Sie gestresst sind, ist er gestresst. Er reagiert nicht gut auf harte Korrekturen; ein strenger Blick reicht oft schon aus, um ihn zu maßregeln. Er möchte die ganze Zeit bei Ihnen sein. Er ist kein Hund, den man einfach im Garten lassen kann; er muss zwingend Teil der Familie sein.
Der Workaholic
Er braucht eine Aufgabe. Sei es Unterordnung, Agility, Hüten oder Therapiearbeit – er benötigt geistige Stimulation. Ein gelangweilter Belgier ist ein zerstörerischer, neurotischer Belgier, der bellt, kaut und ruhelos auf und ab tigert. Er besitzt einen ausgeprägten Beutetrieb und wird allem nachjagen, was sich bewegt (Autos, Jogger, Eichhörnchen).
Der Beschützer
Er ist von Natur aus beschützend und Fremden gegenüber misstrauisch. Er wird bellen, um Besucher anzukündigen, und sich zwischen Sie und eine vermeintliche Bedrohung stellen. Dieser Beschützerinstinkt muss jedoch durch frühe Sozialisierung gesteuert werden, um zu verhindern, dass er in angstbasierte Aggression umschlägt. Er sollte wachsam und aufmerksam sein, aber keinesfalls bösartig.
Training und Bewegungsbedarf
Bewegung: Bewegung ist Leben
Der Belgische Schäferhund wurde gezüchtet, um den ganzen Tag zu laufen.
- Täglicher Bedarf: Ein langer Spaziergang ist nur das Aufwärmen. Er braucht intensive Bewegung: Laufen, Frisbee apportieren oder Training für den Hundesport.
- Sportarten: Er brilliert in fast jedem Hundesport: Agility, Obedience, Rally, Hüten, Fährtenarbeit, Schutzhundesport (IGP) und Flyball. Er ist ein vielseitiger Athlet, der es liebt, mit seinem Hundeführer zusammenzuarbeiten.
Training: Der denkende Hund
Er ist brillant. Er lernt neue Kommandos oft in weniger als fünf Wiederholungen.
- Methoden: Er reagiert am besten auf positive Verstärkung (Leckerlis, Spielzeug, Lob). Vermeiden Sie harsche Methoden oder Strenge, da er sonst dichtmacht oder defensiv wird.
- Zusammenarbeit: Er möchte mit Ihnen arbeiten, nicht nur für Sie. Der Aufbau einer Bindung durch Spiel und Training ist essenziell.
- Sozialisierung: Führen Sie ihn als Welpen täglich an neue Menschen, Orte, Untergründe und Geräusche heran. Dies baut sein Selbstvertrauen auf.
Gesundheit und Lebenserwartung
Belgische Schäferhunde (Groenendael) sind im Allgemeinen eine gesunde, robuste Rasse, die oft 12 bis 14 Jahre alt wird.
- Epilepsie: Krampfanfälle können bei der Rasse auftreten. Überprüfen Sie den Stammbaum sorgfältig.
- Hüft- und Ellbogendysplasie: Häufig bei mittelgroßen bis großen Rassen.
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Eine Augenerkrankung, die zur Erblindung führt.
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion): Kann zu Gewichtszunahme, Lethargie und Fellproblemen führen.
- Krebs: Magenkrebs wurde in einigen Linien festgestellt.
- Empfindlichkeit gegenüber Narkosemitteln: Wie viele Hütehunde können sie empfindlich auf bestimmte Medikamente reagieren.
Pflege
Das lange, schwarze Fell ist wunderschön, erfordert aber durchaus Aufmerksamkeit.
- Bürsten: Er muss mindestens ein- oder zweimal pro Woche mit einer Zupfbürste und einem Striegel gebürstet werden, um loses Haar zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen, die sich besonders leicht hinter den Ohren bilden.
- Der Fellwechsel: Zweimal im Jahr (im Frühjahr und Herbst) wirft er seine gesamte Unterwolle ab. Während dieser Zeit ist tägliches Bürsten obligatorisch, da Sie sonst überall schwarze Haarbüschel finden werden.
- Baden: Nur wenn er wirklich schmutzig ist. Zu häufiges Baden macht das Fell zu weich.
- Krallen: Halten Sie sie kurz.
- Zähne: Tägliches Putzen wird empfohlen.
Passt ein Belgischer Schäferhund (Groenendael) zu Ihnen?
Der Belgische Schäferhund ist ein großartiges Tier, aber er ist “viel” Hund.
Ja, wenn:
- Sie eine aktive Person sind. Sie suchen einen Partner fürs Laufen, Wandern oder den Hundesport.
- Sie einen Hund suchen, der Ihnen eng verbunden auf Schritt und Tritt folgt.
- Sie bereit sind zu trainieren. Sie genießen den Prozess, Verhalten zu formen und aufzubauen.
- Sie einen loyalen Beschützer suchen. Sie möchten einen Hund, der über Ihre Familie wacht.
Nein, wenn:
- Sie lange arbeiten. Er kann nicht 10 Stunden am Tag allein gelassen werden.
- Sie einen “anspruchslosen” Hund wollen. Er verlangt nach Interaktion.
- Sie ein strenger Ausbilder sind. Unter zu viel Druck wird er zerbrechen.
- Sie sich nicht mit haarendem Fell herumschlagen möchten. Er haart. Und zwar viel.
Für den aktiven Besitzer, der einen leistungsfähigen und loyalen Hund sucht, ist der Belgische Schäferhund (Groenendael) ein zuverlässiger Begleiter.
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