Bernedoodle
Der Bernedoodle ist eine Hybridrasse aus Berner Sennenhund und Pudel, die 2003 in Kanada entwickelt wurde mit dem Ziel, die kurze Lebenserwartung des Berners durch Hybridisierung zu verbessern.
Stellen Sie sich einen Hund vor, der die alberne, sanfte Riesenart des Berner Sennenhundes mit der Intelligenz und dem kaum haarenden Fell des Pudels verbindet. Das Ergebnis ist der Bernedoodle – eine Hybridrasse, die sich rasant zu einem der begehrtesten Familienhunde der Welt entwickelt.
Bernedoodles sind für ihr dreifarbiges Fell und ihre Loyalität bekannt. Sie können eine sture Ader von der Berner-Seite erben und sind in mehreren Größen erhältlich.
Geschichte und Herkunft
Der Bernedoodle ist eine relativ neue Designer-Rasse. Auch wenn es vorher schon versehentliche Mischungen gegeben haben mag, wurde die erste beabsichtigte Kreuzung Berichten zufolge 2003 von Sherry Rupke von den SwissRidge Kennels in Kanada gezüchtet.
Rupke wollte einen Hund erschaffen, der das süße, ruhige Temperament des Berner Sennenhundes besitzt, aber ohne die kurze Lebenserwartung und das starke Haaren. Durch die Kreuzung des Berners mit dem Pudel wollte sie die Lebensdauer deutlich verlängern (Berner werden oft nur 7-8 Jahre alt) und gleichzeitig die „Berner“-Persönlichkeit bewahren.
Der Bernedoodle erlangte schnell den Ruf, gesünder und langlebiger zu sein als sein reinrassiger Berner-Elternteil und erreicht oft ein Alter von 12-15 Jahren oder mehr.
Physische Merkmale
Bernedoodles sind berühmt für ihre dreifarbigen Zeichnungen (schwarz, weiß und rostrot), die den Berner Sennenhund nachahmen. Dank der Genetik des Pudels können sie jedoch auch in Schwarz und Weiß, Schwarz, Zobel, Phantom und Merle vorkommen.
Größenvariationen
Wie bei anderen Doodles hängt die Größe vom Pudel-Elternteil ab:
- Standard-Bernedoodle: Kreuzung mit einem Großpudel. Dies sind große Hunde mit einer Schulterhöhe von 58-74 cm und einem Gewicht von 32 bis 40+ kg.
- Mini-Bernedoodle: Kreuzung mit einem Zwergpudel. Sie sind zwischen 45-56 cm groß und wiegen 11 bis 22 kg.
- Tiny-Bernedoodle: Kreuzung mit einem Toy-Pudel. Dies sind die kleinsten, mit einer Höhe von 30-43 cm und einem Gewicht von 4,5 bis 11 kg.
Felltypen
- Wellig/Fleece: Der häufigste Felltyp. Er hat eine lockere Welle und haart wenig bis gar nicht. Dies ist der klassische „Teddybär“-Look.
- Lockig/Wolle: Ähnlich wie das Fell eines Pudels. Dies ist die beste Wahl für schwere Allergiker, da es am wenigsten haart, erfordert jedoch häufigeres Bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden.
- Glatt: Wird oft bei F1-Kreuzungen (50/50) gesehen. Diese Hunde haaren möglicherweise mehr und haben ein „flaches“ Fell, das dem eines Berners ähnelt.
Temperament
Bernedoodles sind anhänglich und eng auf ihre Menschen fixiert. Sie möchten am liebsten ständig in Kontakt sein.
Die „alberne“ Ader
Bernedoodles erben eine alberne, verspielte Seite vom Pudel und eine ungeschickte, liebenswerte Seite vom Berner. Sie sind dafür bekannt, ihre Besitzer mit ihren Possen täglich zum Lachen zu bringen.
Stur, aber schlau
Während Pudel sehr leicht erziehbar sind, können Berner Sennenhunde ein bisschen… stur sein. Diese Kombination bedeutet, dass Ihr Bernedoodle klug genug ist, um jeden Trick zu lernen, sich aber möglicherweise dazu entscheidet, ihn nicht auszuführen, wenn er den Sinn (oder das Leckerli) nicht sieht. Geduld und positive Verstärkung sind hier der Schlüssel.
Sozialisierung
Eine frühe Sozialisierung ist entscheidend. Berner Sennenhunde können Fremden gegenüber manchmal distanziert oder misstrauisch sein. Um sicherzustellen, dass Ihr Bernedoodle selbstbewusst und freundlich ist, sollten Sie ihn als Welpen vielen Menschen, Hunden und Umgebungen aussetzen.
Energielevel und Bewegung
Bernedoodles sind im Allgemeinen mäßig aktiv. Sie sind nicht so energiegeladen wie Goldendoodles oder Aussiedoodles.
- Standard-Bernedoodles: Sind oft entspannter und zufrieden mit einem ausgiebigen Spaziergang und etwas Spielzeit im Garten.
- Mini/Tiny-Bernedoodles: Neigen dazu, aufgrund des Einflusses von Zwerg-/Toy-Pudeln mehr „Pepp“ und Energie zu haben.
Unabhängig von ihrer Größe sind sie gerne mitten im Geschehen. Sie sind hervorragende Wanderbegleiter (sobald sie ausgewachsen sind) und schwimmen gerne, auch wenn nicht alle sofort das Wasser mögen.
Gesundheit und Lebenserwartung: Der Vorteil der „Hybrid-Vitalität“
Einer der Hauptgründe für die Zucht des Bernedoodles war die Verbesserung der Gesundheit der Berner-Linie.
- Lebenserwartung: 12 bis 18 Jahre sind üblich, was deutlich länger ist als bei reinrassigen Bernern (6-8 Jahre). Kleinere Bernedoodles leben in der Regel am längsten.
Dennoch sind sie anfällig für:
- Hüft- und Ellbogendysplasie: Ein großes Problem bei großen Rassen. Stellen Sie sicher, dass die Eltern auf HD/ED getestet wurden.
- Augenprobleme: Progressive Retinaatrophie (PRA).
- Von-Willebrand-Krankheit: Eine Blutgerinnungsstörung.
- Hautprobleme: Hot Spots und Allergien kommen bei Pudelmischlingen häufig vor.
- Magendrehung (GDV): Tiefbrüstige Standard-Bernedoodles sind gefährdet. Füttern Sie kleinere Mahlzeiten und vermeiden Sie anstrengende Bewegung direkt nach dem Fressen.
Pflege: Anspruchsvoller Flausch
Das wunderschöne, flauschige Fell hat seinen Preis: Pflege.
- Bürsten: Sie müssen Ihren Bernedoodle 2-3 Mal pro Woche gründlich bürsten. Verwenden Sie eine Zupfbürste und einen Metallkamm, um bis auf die Haut zu gelangen. Wenn Sie nur die oberste Schicht bürsten, bilden sich darunter schmerzhafte Verfilzungen.
- Haarschnitte: Sie benötigen alle 6 bis 8 Wochen eine professionelle Schur. Der „Puppy Cut“ (Welpenschnitt) oder „Teddy Bear Cut“ ist Standard.
- Haaren: Die meisten Bernedoodles haaren sehr wenig, aber F1-Kreuzungen (50/50) können leicht haaren. F1b-Kreuzungen (75 % Pudel) sind die sicherste Wahl für Allergiker.
Ist ein Bernedoodle der richtige Hund für Sie?
Ja, wenn:
- Sie einen großen, liebenswerten Hund suchen, der denkt, er sei ein Schoßhund.
- Sie Allergien haben, aber den Look des Berner Sennenhundes lieben.
- Sie oft zu Hause sind und Gesellschaft leisten können (sie hassen es, allein zu sein).
- Sie geduldig bei der Erziehung sind (die sture Ader des Berners kann sich zeigen).
Nein, wenn:
- Sie einen Wachhund oder einen Hund suchen, der draußen lebt.
- Sie ein knappes Budget haben (Anschaffungskosten für den Welpen + Pflegekosten sind hoch).
- Sie einen Laufpartner für Marathons suchen (ihr schwerer Körperbau ist nicht ideal für Langstreckenläufe bei Hitze).
Der Bernedoodle verbindet die Intelligenz und das wenig haarende Fell des Pudels mit der Loyalität und dem ruhigen Temperament des Berner Sennenhundes. Wer die Fellpflege und den Anschaffungspreis einkalkuliert, erhält einen langlebigen und familientauglichen Begleiter.
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