Bullmastiff
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Bullmastiff

Ein furchtloser Wächter und sanfter Familienbegleiter – der Bullmastiff ist ein großer, kräftiger Hund, der ursprünglich für die Verfolgung von Wilderern gezüchtet wurde.

Herkunft
Vereinigtes Königreich
Größe
Large
Lebenserwartung
7-9 Jahre
Temperament
Mutig, Loyal, Ruhig, Anhänglich, Verlässlich

Der Bullmastiff ist ein Hund von imposanter Präsenz und einem sanften Herzen. Historisch als “Nacht-Hund des Wildhüters” bekannt, ist er ein massiver, kraftvoller Wächter, der gezüchtet wurde, um die weiten Ländereien des Englands im 19. Jahrhundert zu patrouillieren. Sein Zweck war ein einziger und ernsthafter: das Wild vor Wilderern zu schützen. Doch im Gegensatz zu anderen Wachhunden, die zum Angriff und zur Verletzung gezüchtet wurden, war der Bullmastiff als stille, nicht-tödliche Waffe konzipiert. Seine Aufgabe war es, einen Wilderer lautlos aufzuspüren, ihn durch seine schiere Masse niederzuringen und ihn am Boden festzuhalten, bis der Wildhüter eintraf. Er wurde so gezüchtet, dass er nur im äußersten Notfall zubiss.

Dieses Erbe macht ihn heute zu einem besonderen Begleiter. Er ist ein furchtloser Beschützer, der nicht bellen oder toben muss, um sich Gehör zu verschaffen; seine physische Präsenz reicht in der Regel aus. Zuhause ist er ruhig, gelassen und seiner Familie gegenüber tief verbunden. Für seine Größe ist er agil und möchte in das Familienleben eingebunden sein, ist aber auch zufrieden, wenn er einfach zu Ihren Füßen döst. Zukünftige Besitzer müssen seine Kraft respektieren; er ist eine dominante Rasse, die eine selbstbewusste, konsequente Führung benötigt.

Geschichte und Herkunft: Der stille Wächter

Der Bullmastiff wurde in der Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts in England entwickelt. Zu dieser Zeit war Wilderei ein schweres Verbrechen, das mit dem Tode bestraft wurde, was Wilderer verzweifelt und gefährlich machte. Die Wildhüter brauchten einen Hund, der hart genug war, um sich einem bewaffneten Mann zu stellen, aber agil genug, um ihn einzuholen. Der damals existierende Mastiff war zu langsam, und die Bulldogge jener Zeit war zu aggressiv und zu klein. Um die perfekte Lösung zu schaffen, kreuzten Züchter den Mastiff (für Größe, Kraft und Loyalität) mit der Bulldogge (für Mut, Schnelligkeit und Hartnäckigkeit). Die ideale Mischung wurde auf 60 % Mastiff und 40 % Bulldogge festgelegt. Das Ergebnis war ein Hund, der schneller war als ein Mastiff, aber größer und kräftiger als eine Bulldogge. Die frühen Hunde waren überwiegend dunkel gestromt, um in den Schatten der Nacht zu verschmelzen. Die Rasse wurde 1924 vom englischen Kennel Club und 1934 vom AKC offiziell anerkannt.

Physische Merkmale

Der Bullmastiff ist ein symmetrischer, kraftvoller Hund. Er ist auf Stärke und Ausdauer gebaut, nicht auf Geschwindigkeit.

  • Höhe: Rüden 64-69 cm; Hündinnen 61-66 cm.
  • Gewicht: Rüden 50-59 kg; Hündinnen 45-54 kg.

Markante Merkmale

  • Kopf: Der Kopf ist breit, quadratisch und faltig, was einen Ausdruck von wacher Aufmerksamkeit vermittelt. Die Schnauze ist kurz und stumpf (etwa ein Drittel der Länge des Kopfes).
  • Maske: Eine schwarze Maske, die Schnauze und Augen bedeckt, ist vorgeschrieben und verleiht dem Hund ein ernstes Aussehen.
  • Augen: Dunkel und mittelgroß, weit auseinander stehend.
  • Fell: Kurz, dicht und wetterbeständig.
  • Farben: Rot, rehbraun (Fawn) oder gestromt (Brindle).
  • Körper: Kompakt und muskulös. Die Brust ist tief und breit.

Temperament und Persönlichkeit: Der gelassene Wachhund

Der Bullmastiff ist ruhig, selbstbewusst und verlässlich.

Der Beschützer

Er ist von Natur aus beschützend. Er bellt selten; er behauptet einfach seinen Standpunkt. Gegenüber Fremden ist er misstrauisch, akzeptiert sie aber, wenn sein Besitzer es tut. Wenn er provoziert wird oder eine Bedrohung für seine Familie wahrnimmt, ist er furchtlos.

Der Familienhund

Er bindet sich stark an seine Familie. Im Umgang mit Kindern ist er unglaublich sanft und erträgt deren Mätzchen oft mit stoischer Geduld. Dennoch kann seine schiere Größe für Kleinkinder eine Gefahr darstellen – ein Wedeln mit dem Schwanz kann sie leicht umwerfen. Er möchte bei Ihnen sein und eignet sich nicht als reiner Zwingerhund.

Der unabhängige Denker

Er ist ein unabhängiger Denker, der gezüchtet wurde, um alleine im Dunkeln zu arbeiten. Dies kann sich manchmal als Sturheit äußern. Er ist kein Hund, der Befehlen blindlings gehorcht; er möchte immer wissen, “warum”.

Training und Bewegungsbedarf

Bewegung

Der Bullmastiff hat einen moderaten Bewegungsbedarf.

  • Täglich: Ein flotter täglicher Spaziergang oder eine kurze Spieleinheit im Garten sind ausreichend. Er ist kein Marathonläufer.
  • Hitzeempfindlichkeit: Durch seine kurze Schnauze (brachyzephal) und seine Größe ist er sehr anfällig für Hitzeschlag. Bewegen Sie ihn niemals bei heißem Wetter.

Training

Er braucht eine feste, aber faire Führung.

  • Führung: Sie müssen der Boss sein, sonst wird er es.
  • Positive Verstärkung: Er reagiert sensibel auf den Tonfall. Harte Strafen werden ihn unwillig machen.
  • Sozialisation: Dieser Punkt ist entscheidend. Sie müssen ihn frühzeitig an viele Menschen und andere Hunde gewöhnen, um Aggressionen vorzubeugen.

Gesundheit und Lebensdauer

Bullmastiffs haben eine relativ kurze Lebenserwartung von 7 bis 9 Jahren.

  • Krebs: Lymphome und Osteosarkome (Knochenkrebs) sind ernsthafte Bedenken bei dieser Rasse.
  • Magendrehung (GDV): Als großer Hund mit tiefem Brustkorb hat er ein hohes Risiko für eine Magendrehung. Kennen Sie die Anzeichen.
  • Hüft- und Ellbogendysplasie: Häufig bei Riesenrassen.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Kann zu Gewichtszunahme und Lethargie führen.
  • Entropium: Nach innen gerollte Augenlider.

Pflege und Haltung

Der Bullmastiff ist hinsichtlich der Pflege sehr anspruchslos.

  • Bürsten: Ein wöchentliches Bürsten mit einem Gummihandschuh reicht aus, um abgestorbene Haare zu entfernen.
  • Sabber: Er sabbert. Zwar nicht so viel wie ein Bluthund, aber Sie werden trotzdem Sabber auf Kleidung und Möbeln finden. Halten Sie ein Handtuch griffbereit.
  • Krallen: Halten Sie die Krallen kurz, um sein schweres Gewicht optimal zu stützen.

Ernährung

Die Fütterung einer Riesenrasse erfordert Sorgfalt.

  • Welpenfutter: Verwenden Sie ein spezielles Futter für große Rassen, um ein zu schnelles Wachstum zu verhindern und die Gelenke zu schonen.
  • Vorbeugung von Magendrehungen: Füttern Sie lieber zwei oder drei kleinere Mahlzeiten am Tag statt einer großen. Vermeiden Sie anstrengende Bewegung für eine Stunde nach dem Essen.

Ist ein Bullmastiff das Richtige für Sie?

Der Bullmastiff ist ein prächtiges Tier, aber er ist “eine Menge Hund”.

Ja, wenn:

  • Sie einen loyalen, furchtlosen Beschützer suchen, der im Haus ruhig ist.
  • Sie ein erfahrener Hundehalter sind, der klare Führung bieten kann.
  • Sie einen sicher eingezäunten Garten haben.
  • Sie einen Hund möchten, der nicht stundenlang rennen muss.

Nein, wenn:

  • Sie zum ersten Mal einen Hund halten.
  • Sie ein makellos sauberes, sabberfreies Haus erwarten.
  • Sie einen Joggingpartner suchen.
  • Sie körperlich nicht in der Lage sind, ein kräftiges 60-Kilo-Tier zu kontrollieren.

Für den richtigen Besitzer ist der Bullmastiff ein zuverlässiger, loyaler Familienbeschützer.

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