English Foxhound
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English Foxhound

Der English Foxhound ist ein britischer Meutehund, der im 17. und 18. Jahrhundert für die Fuchsjagd zu Pferde entwickelt wurde. Er gilt als Archetyp der Laufhundrasse und zeichnet sich durch außergewöhnliche Ausdauer, ein ausgeprägtes Sozialverhalten in der Meute und eine starke Nase aus.

Herkunft
Vereinigtes Königreich (Großbritannien)
Größe
Large
Lebenserwartung
10-13 Jahre
Temperament
Freundlich, Aktiv, Sanftmütig, Gesellig, Unabhängig

Der English Foxhound ist der Archetyp der Laufhund-Gruppe. Wer die Augen schließt und sich ein englisches Ölgemälde aus dem 18. Jahrhundert vorstellt – Reiter in roten Röcken, Pferde im Galopp, eine lärmende Hundemeute –, sieht einen English Foxhound.

Er ist ein Hund aus Ausdauer, Knochen und Meutenmentalität. Anders als viele ehemals harte Arbeitsrassen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts in bequeme Haustiere verwandelt wurden, ist der English Foxhound bis heute weitgehend Arbeitshund geblieben. Er ist kräftig, robust und lautstark. Mit Menschen ist er sanftmütig und freundlich, aber er ist kein typisches Stadthaustier. Er ist ein ernsthafter Athlet, der eine Aufgabe, andere Hunde und viel Raum zum Laufen braucht.

Geschichte und Herkunft: Der Sport der Reiterklasse

Der English Foxhound wurde im 17. und frühen 18. Jahrhundert in England für die Fuchsjagd zu Pferde entwickelt. Zuvor jagten englische Adlige den Rothirsch mit schweren, langsamen Staghounds. Als Wälder gerodet wurden und Rotwild knapper wurde, rückte der wendige Rotfuchs als neues Hauptjagdwild in den Fokus. Für diese Jagd brauchte man einen anderen Hund: mit guter Nase für die Fuchsfährte, genug Geschwindigkeit, um mit galoppierenden Pferden mitzuhalten, und der Kondition, einen langen Jagdtag über viele Kilometer durchzuhalten.

Die Zuchtbücher der Masters of Foxhounds

Die „Masters of Foxhounds” führten ihre Zuchtbücher mit einer Sorgfalt, die sonst nur bei Rennpferden üblich war. Sie kreuzten den alten Staghound für Nase und Substanz, den Greyhound für Geschwindigkeit, Bulldoggenblut für Zähigkeit und Foxterrier-Blut für Beutetrieb. Das Ergebnis war eine nahezu unveränderte Jagdmaschine. Das englische „Foxhound Studbook” wird bis heute jährlich von der Masters of Foxhounds Association veröffentlicht; Stammlinien lassen sich teils bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgen.

Physische Eigenschaften: Für Ausdauer gebaut

Der English Foxhound ist kein Sprinter – er ist der Marathonläufer unter den Hunden. Sein Körper ist auf ermüdungsfreie Langstreckenarbeit ausgerichtet.

  • Widerristhöhe: 58–69 cm.
  • Gewicht: 27–34 kg, mit deutlichem Fokus auf Muskelmasse.

Verglichen mit dem American Foxhound ist er massiver, knochenstärker und kompakter gebaut. Der amerikanische Typ wurde für das rauere Terrain der Neuen Welt leichter und wendiger gezüchtet.

Merkmale: Die Vorderbeine sind gerade wie Pfeile, mit starker Knochensubstanz – notwendig, um das Körpergewicht stundenlang im schnellen Lauf auf hartem Boden zu tragen. Die Pfoten sind rund und katzenartig mit dicken, widerstandsfähigen Ballen. Das Fell ist kurz, dicht, hart und glänzend, wetterresistent und selbstreinigend. Die klassische Farbe ist Dreifarbig (Schwarz, Weiß, Loh); erlaubt sind alle typischen Laufhundfarben. Die langen Ohren liegen flach an den Wangen an; bei englischen Meuten werden sie manchmal am Rand gerundet, um Einrisse im Dornengestrüpp zu verhindern.

Temperament und Persönlichkeit

Das Rudeltier

Der English Foxhound ist durch und durch ein Meutehund. Er wurde darauf selektiert, sein Leben mit Dutzenden anderer Hunde friedlich in einem Kennel zu verbringen, aus gemeinsamen Trögen zu fressen und bei der Jagd als kollektives Team zu arbeiten. Aggressionen gegenüber anderen Hunden sind bei der Rasse kaum bekannt. Er ist am glücklichsten, wenn er körperlichen Kontakt zu anderen Hunden hat. Ein einzelner, isolierter Foxhound in einem leeren Vorstadtgarten ist ein unglückliches Tier.

Die sanfte Seele

Menschen gegenüber ist er sanftmütig, freundlich und tolerant. Kein Schutzhund. Er mag vielleicht bei Besuch anschlagen, aber bellt aus Aufregung, nicht aus Aggression. Einen Fremden zu beißen liegt ihm fern.

Die unabhängige Nase

Er ist ein Schweißhund. Sobald er eine interessante Fährte aufgenommen hat, hören seine Ohren auf zu funktionieren. Er wurde darauf gezüchtet, einer Fährte selbstständig zu folgen – nicht sich alle fünf Meter nach dem Führer umzudrehen. Diese Eigenständigkeit macht ihn im Alltag anspruchsvoll.

Trainings- und Bewegungsbedürfnisse

Bewegung: Kilometer, nicht Minuten

Ein kurzer Spaziergang ist für diese Rasse unzureichend. Er braucht Laufen – täglich, ausdauernd, über weite Strecken. Er ist ein hervorragender Begleiter beim Joggen, Radfahren oder Reiten. Bei ausreichender Auslastung liegt er danach ruhig und entspannt im Haus. Fehlt die Bewegung, wird er zerstörerisch und unruhig.

Einzäunung: Ein sicher und hoch eingezäunter Garten ist keine Option, sondern Pflicht. Wenn er eine Fährte aufnimmt, folgt er ihr durch Felder, über Straßen und durch Landkreise. Er hat keinen eingebauten Sinn für Straßenverkehr.

Die Stimme

Der English Foxhound bellt nicht – er geläutet (Baying): ein tiefes, dröhnendes, melodisches Heulen, das im Wald kilometerweit trägt. Für einen Jäger ist das Musik. In einem Wohngebiet ist es eine Lärmbeschwerde in der Entstehung.

Erziehung

Ein narrensicherer Rückruf ist bei einem Laufhund annähernd unmöglich zu erreichen. Im wildreichen Gelände sollte er nur an langer Schleppleine laufen. Er ist futtermotiviert und lernt in reizarmer Umgebung gut, aber draußen ist der Geruch des Waldes stärker als jedes Leckerli.

Gesundheit und Lebenserwartung

Da der English Foxhound über Jahrhunderte ausschließlich nach Funktion und Ausdauer – nicht nach Schönheit – selektiert wurde, ist er eine bemerkenswert gesunde Rasse. Typische Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre.

  • Hüftgelenksdysplasie: Möglich, aber seltener als bei überzüchteten Rassen.
  • Ohrenentzündungen: Die hängenden Ohren fangen Feuchtigkeit und Schmutz. Wöchentliche Reinigung verhindert Infektionen.
  • Magendrehung (GDV): Als tiefbrüstiger Hund besteht ein latentes Risiko. Ruhe nach dem Fressen ist Pflicht.
  • Nierenerkrankungen: In einzelnen Zuchtlinien dokumentiert; beim Züchter erfragen.

Pflege: Der pflegeleichteste Hund

Das kurze, glatte Fell ist anspruchslos. Ein Durchbürsten mit dem Gummihandschuh einmal wöchentlich entfernt totes Haar und verteilt die natürlichen Hautöle. Baden nur, wenn er sich in etwas Verwesendem gewälzt hat – was als Jagdhund wahrscheinlich ist. Krallen kurz halten.

Für wen ist er geeignet?

Ja, wenn Sie:

  • ländlich leben, auf einem Bauernhof oder mit weitläufigem, sicher eingezäuntem Grundstück.
  • bereits andere aktive, soziale Hunde im Haushalt haben.
  • Läufer oder Reiter sind und einen unermüdlichen Begleiter suchen.
  • die Stimme von Laufhunden als Musik empfinden, nicht als Lärmbelästigung.

Nein, wenn Sie:

  • in einer Wohnung oder in einem dicht besiedelten Vorort leben.
  • einen Einzelhund wollen – er wird einsam, laut und destruktiv.
  • einen zuverlässig abrufbaren Hund ohne Leine suchen.
  • lärmempfindliche Nachbarn in unmittelbarer Nähe haben.

Im richtigen, ländlichen Zuhause mit anderen Hunden ist der English Foxhound ein nobler, sanftmütiger und unermüdlich treuer Begleiter. Er bringt die Geschichte der englischen Landschaft mit sich – und eine Menge Lautstärke und ehrliche Zuneigung.

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